Weinanbau in Frankreich

Frankreich

  • Rebflächen: 900.000 ha
  • Wichtigste Anbaugebiete: Bordeaux, Burgund, Loire, Elsass, Rhonetal
  • Wichtigste: Rebsorten Merlot, Grenache, Ugni Blanc, Syrah, Chardonnay
  • Stärken: Zahlreiche Rotweine, Chardonnay, Champagner
  • Bekannte Weine: Merlot von Château Pétrus, Pinot Noir Domaine de la  Romanée-Conti u.v.a.

 

 

Bedeutung des Weinbaus in Frankreich

 Weinberge

Weinberge

Frankreich gilt als die wichtigste Weinbauregion der Welt – und das, obwohl Italien insgesamt mehr Wein produziert und sowohl Spanien als auch Italien über mehr Rebfläche verfügen. Französische Weine – sowohl Tafelweine als auch Spitzenweine – gelten Weinkennern als Nonplusultra, als Himmel des Weingenusses. Auf der gesamten Welt werden französische Rebsorten angepflanzt – vom Chardonnay über den Cabernet Sauvignon bis hin zum Merlot und dem Syrah. Die größte Bedeutung kommt dem Rotwein zu – mehr Weißweine werden nur im Elsass, der Loire, im Burgund und in der Champagne produziert. Im Süden Frankreichs wird viel Roséwein gekeltert. Die klimatischen und geografischen Bedingungen für Frankreich sind exzellent – und ermöglichen die Herstellung von Spitzenweinen, die weltweit unerreicht sind.

Geschichte des französischen Weinbaus

Seit etwa 600 v. Chr. wird in Frankreich Wein angebaut – um 600 v. Chr. brachten griechische Einwanderer Rebsorten mit in die heutige Provence. Später wurde vor allem im Rhonetal Wein angebaut, es entstand ein intensiver Wein-Handel mit dem Römischen Reich. Nach der Züchtung winterharter Sorten verbreitete sich der Wein auch in den nördlicheren Landesteilen des damaligen Galliens – spätestens im 2. Jhd. n. Chr. wurden auch in Burgund und Bordeaux Weinreben angebaut.
Im 3. Jahrhundert wuchsen die ersten Reben an der Loire, im 4. Jahrhundert erreichten sie auch die Champagne und das Moseltal. Der römische Kaiser Aurelius Probus, der von 232 bis 282 n. Chr. lebte, befahl die Anpflanzung von Rebstöcken in ganz Gallien. Damit war der Grundstein des französischen Weinbaus und für die noch heute wichtigsten Weinanbaugebiete gelegt. Durch das Klosterwesen im Mittelalter nahm der Weinbau, ähnlich wie in Deutschland und Italien, nochmals neuen Aufschwung.
Später, zu Beginn des 17. Jahrhunderts, war die Rebfläche in Frankreich gar dreimal so groß wie heute. 1935 wurde schließlich das französische Weinbauamt gegründet (INAO), das bis heute für die Vergabe und Kontrolle der Qualitätsanbaugebiete (AOC) sorgt. Aktuell gibt es in Frankreich etwa 400 AOC-Gebiete. Weil die Anzahl der Appellation Contrôlée inzwischen auf über 400 angewachsen ist, ist dieses Gütezeichen heute nicht mehr ganz so bedeutsam. Um den passenden französischen Wein zu finden, sollte man stets auf den Erzeuger achten.

Rebsorten

In Frankreich werden vor allem Rotweine gekeltert, die wichtigsten Rebsorten sind Merlot (117.000 ha), Ugni Blanc (80.000 ha, für Cognac), Grenache (72.000 ha), Carignan (72.000 ha), Syrah (68.000 ha), Cabernet Sauvignon (60.000 ha). Die wichtigste weiße Rebe ist die Chardonnay-Rebe – rund 42.000 ha Fläche ist mit diesen Rebstöcken bepflanzt.

Anbaugebiete & bekannte Weine

Ernte von Weintrauben

Ernte von Weintrauben

Die besten Lagen Frankreichs gedeihen auf geschützten Rebflächen, z. B. in der Champagne, der Loire, dem Elsass, im Burgund, an der Côte d’Or und den Monts du Beaujolais. Die Weinstöcke des Rhône-Tals profitieren vom Schutz durch die südfranzösischen Berge und Bordeaux von der Mündungslagune, die Wärme speichert. Folgend drei der wichtigsten Weinanbaugebiete von Frankreich:
● Bordeaux
Bordeaux, im Südwesten Frankreichs gelegen, ist wohl eines der bekanntesten Anbaugebiete der Welt – sozusagen der Weinolymp. Der König in diesem Olymp ist die Rebsorte Cabernet Sauvignon, deren berühmtesten Weine aus dem Château Lafite-Rothschild stammen. Zweitwichtigste Rebsorte ist der Merlot, unter Kennern genießen vor allem die Merlotweine von Pomerol und Saint-Émilion hohes Ansehen. Zu den Top-Weinhäusern gehören, neben dem Weingut Rothschild, das Château Pétrus in Pomerol und zahlreiche weitere, z. B. das Château Latour, Château Margaux und das Château Haut Brion.
● Burgund
Burgund, im mittleren Osten Frankreichs gelegen, ist ebenfalls Heimat der weltweit edelsten und teuersten Weine. Im Burgund werden vor allem zwei Rebsorten angebaut: Der Chardonnay als weiße Sorte und der Pinot Noir, der Spätburgunder, als rote Sorte.

Vertrauenswürdige, große und berühmte Weingüter gibt es genug, die wichtigsten Appellationen sind Joseph Drouhin, Domaine Faiveley, Daniel Dampt, Domaine Dublère, Lous Latour und noch zahlreiche weitere. Die weltweit bekanntesten Domaines sind die Domaine de la Romanée-Conti und die Domaine Leroy – für „Normalsterbliche“ sind diese beiden Weine jedoch leider unbezahlbar.

● Loire
Die Weine der Loire Region erfreuen sich vor allem in Frankreich selbst großer Beliebtheit – vor allem die Weißweine der Loire werden geschätzt. Die bekanntesten Appellationen im Weinanbaugebiet sind Sancerre und Pouilly-Fumé, deren Weißweine Spitzenklassen sind. Die wichtigsten Rebsorten sind der Sauvignon Blanc, der auch aus der Region stammt, und der Chenin Blanc. Die wichtigste rote Rebe ist derzeit noch der Cabernet Franc – dicht gefolgt von Pinot Noir und Cabernet Sauvignon.

famous Moselle Sinuosity with vineyards

Deutschland

  • Rebflächen: 103.000 ha
  • Wichtigste Anbaugebiete: Rheinhessen, Pfalz, Mosel-Saar-Ruwer, Ahr, Sachsen
  • Wichtigste Rebsorten: Riesling, Müller-Thurgau, Silvaner
  • Stärken: trockene Weißweine, z. B. aus Riesling-Traube
  • Bekannte Weine: Riesling-Weine und Müller-Thurgau aus Rheingau, halbtrockener Spätburgunder aus der Pfalz

 

Bedeutung des Weinbaus in Deutschland

Rund 103.000 Hektar in Deutschland sind mit Rebstöcken bepflanzt; den weitaus größten Anteil nehmen Weißweinsorten ein – auf sie entfallen etwa 71 % des Weinbaus. Seit jeher liegen die Stärken des deutschen Weinbaus in den Weißweinen – vor allem in vorzüglichen Weinen aus der Riesling-Traube. Feine und hochklassige Weine können also auch aus nördlicheren Gefilden kommen – dies beweisen die deutschen Winzer, die auch international zahlreiche Auszeichnungen einheimsen, immer wieder aufs Neue.

Geschichte des deutschen Weinbaus

Landstraße durch Weinberge

Landstraße durch Weinberge

Die Geschichte des deutschen Weinbaus geht bis auf die Kelten zurück – sie tranken bereits Wein, den sie selbst kultivierten. Der „klassische“ Weinbau mit Kultivierung und Veredelung der Weintraube wurde in Deutschland jedoch wohl erst zur galloromanischen Zeit betrieben. Lange wurde Wein aus Rom importiert – im Rahmen der Gallischen Kriege gelangte der Weinbau dann bis zur Mosel und an den Rhein. Ab Mitte des 3. Jahrhunderts wurde der Weinbau für diese Region wichtiger. Ein tatsächlicher deutscher Weinbau und deutscher Wein entwickelten sich allerdings erst im Mittelalter, als Klöster gegründet wurden, die auch Weinbau betrieben. Viele bekannte Weinlagen gehen auf diese Klostergründungen zurück.

 

Rebsorten

Die wichtigste Rebsorte des Landes ist der Riesling – auf ihn entfallen etwa 20 % der gesamten Rebfläche. Auf ihn folgt die „urdeutsche“ Sorte Müller-Thurgau bzw. Rivaner, die etwa 18 % der landesweiten Rebfläche bedeckt. Auch Rotwein wird in Deutschland angebaut, wenn auch, wegen der kühleren Lagen, deutlich weniger. Die bedeutendsten Rotweinsorten sind Spätburgunder, Dornfelder und Portugieser.

 

Anbaugebiete & bekannte Weine

 

Der deutsche Weinbau entfällt auf 13 bedeutsame Anbaugebiete, wobei der Großteil dieser im Süden Deutschlands liegen. Das kleinste und gleichzeitig östlichste Weinbaugebiet des Landes ist Sachsen. Nur diese Anbaugebiete sind für Qualitätswein zulässig. Mit rund 26.000 Hektar Weinreben ist Rheinhessen das größte Anbaugebiet, es folgen die Pfalz mit etwa 23.000 Hektar und Baden mit rund 16.000 Hektar. Damit ist Rheinland-Pfalz für den Weinbau in Deutschland das wichtigste Bundesland – rund ein Drittel der deutschen Anbaufläche entfallen auf dieses Gebiet. Folgend die wichtigsten Anbaugebiete des Landes:

Traubenlese Rotwein

Traubenlese Rotwein

● Rheingau / elegante Riesling-Weine
Zwischen den Städten Bingen, Worms und Mainz, nahe dem Flusslauf des Rheins, gedeihen Weine, die international geschätzt werden. Die vielfältigen Böden und Klimazonen bringen eine große Vielfalt an Weinen hervor. Die wichtigste Rebsorte ist der Müller-Thurgau. Rund um Ingelheim wachsen hervorragende, körperreiche Spätburgunder. Auch für seine Silvaner-Weine und für die eleganten Riesling-Weine ist Rheingau bekannt. Etwa 80 % der angepflanzten Rebsorten sind weiße Trauben – die wichtigsten Rotweinsorten sind Portugieser und Dornfelder. Wer den Rheingau besucht, kann die alte Kulturlandschaft am Rhein auf der Weinstraße, der Rheingauer Riesling-Route, erleben: sie führt Besucher durch die hügeligen Rebenhänge und mitten hinein in die Weinbau-Tradition des Landes.
● Pfalz / Trockene Portugieser, Trockenbeerenauslesen
Auf einem Landstrich von über 80 Kilometern, zwischen Worms und Elsass erstreckt sich rund 24.000 ha Rebfläche – und damit eines der größten Weinanbaugebiete Deutschlands. Etwa ein Viertel aller deutschen Weine kommt aus der im Westen Deutschlands gelegenen Pfalz. Besonders die großen Riesling-Weine und die Trockenbeerenauslesen der Pfalz sind exquisit, angebaut werden auch Weißburgunder und Kerner sowie Gewürztraminer. Auf der „südlichen Weinstraße“ gedeihen vor allem intensive Müller-Thurgau-Weine, volle Silvaner und Moriot-Muskat. Die wichtigsten Rotweine der Gegend sind die milden Portugieser, die gehaltvollen Spätburgunder sowie die intensiven Dornfelder. Etwa 70 % der Pfalz sind mit Rotweinreben bepflanzt, 30 % mit Weißweinen.
● Baden/ Halbtrockene und trockene Spätburgunder
Mit etwa 15.000 ha Weinreben gehört Baden zu den wichtigsten Weinanbaugebieten Deutschlands. Das südlichste Weinbaugebiet des Landes erstreckt sich bis zum Bodensee, rund 70 % der Rebfläche entfällt auf Winzergenossenschaften. Die badischen Weine sind wegen der unterschiedlichen Böden, die von Kies über Lehm bis Muschelkalk reichen, ebenfalls sehr vielfältig. Die wichtigste weiße Rebsorte des von der Sonne verwöhnten Anbaugebiets ist der Müller-Thurgau. Darauf folgen Grauburgunder, Riesling, Gutedel, Weißburgunder und Silvaner. Wichtige Rotwein-Rebsorten sind Spätburgunder, Schwarzriesling und Regent. Etwa 40 % der Flächen sind mit roten Trauben, etwa 60 % mit weißen Trauben bepflanzt.

Weinplantage Ungarn

Der Osten Europas

  • Rebflächen: Rum. ca. 300.000; Ung. ca. 80.000, Bulg. ca. 100.000
  • Wichtigste Anbaugebiete: Tokajer (HU), Moldova (RU), Muntenia (RU), Thrakien (BU)
  • Wichtigste Rebsorten Blaufränkisch, Welschriesling, Silvaner, Chardonnay
  • Stärken Preisgünstige, traubensortenreine Weine
  • Empfehlenswerte Weine Kräftige, würzige Chardonnays und der süße Tokajer aus Ungarn Süße Weißweine aus Rumänien
    Weißburgunder und Grüner Veltliner aus Tschechien

 

 

Bedeutung des Weinbaus in Osteuropa

Trauben Trocknen für Strohwein

Trauben Trocknen für Strohwein

Osteuropa verfügt über immense Rebflächen. Allein Rumänien, Ungarn und Bulgarien, die wichtigsten Anbauländer, kommen gemeinsam auf fast 500.000 ha Fläche – dabei gibt es noch weitere Weinbauländer, wie z. B. Kroatien, Moldawien, Tschechien und Slowakei. Der Wein aus Osteuropa ist so unterschiedlich wie die einzelnen Länder: Aus Tschechien und der Slowakei kommen gute frische Weißweine, z. B. Müller-Thurgau, Weißburgunder und Gewürztraminer; die Ukraine ist für ihre süßen Dessertweine und trockenen Riesling-Weine bekannt; aus Ungarn, dem wichtigsten Weinland Osteuropas, stammen wiederum gehaltvolle Rotweine, aber auch aromatische Weißweine – unter Weinkennern gelten ungarische Weine als Geheimtipp. Drei Viertel der rumänischen Weine sind Weißweine – viele Rebsorten, wie z. B. der Silvaner, haben dort ihren Ursprung.
Lange Zeit setzte der verstaatlichte Weinbau in Osteuropa vor allem auf Quantität statt auf Qualität – der Großteil des Weins wurde in die Sowjetunion exportiert, heute sind auch Deutschland, Italien, Österreich, Spanien und Frankreich wichtige Exportländer . In der Vergangenheit konnten einige Länder zu den europäischen Weinen aufschließen. Neben einheimischen Rebsorten werden nun auch typisch europäische Weinreben kultiviert und der moderne Weinbau hat Einzug gehalten. Weil der Wein aus dem Osten von Europa so vielfältig ist, können keine allgemeingültigen Merkmale benannt werden.

Geschichte des osteuropäischen Weinbaus

Der Weinbau hat im Osten Europas und den einzelnen osteuropäischen Regionen eine lange und große Tradition. Rumänien zählt mit über 6000 Jahren Weingeschichte zu den ältesten Weinländern Europas. Schon Herodot berichtete über den Weinhandel an der rumänischen Küste. Im Mittelalter beeinflussten deutsche Siedler aus Siebenbürgen den Weinbau – dasselbe gilt für das 18. Jahrhundert, als die Banater Schwaben in das Land kamen und sich dem Weinbau widmeten. Nach dem 2. WK wurde der Großteil der Weingüter verstaatlicht – erst in den 80er-Jahren kamen die Weingüter wieder in Privatbesitz und es begann die Herstellung von qualitativ hochwertigem Wein.

Etwa 3.000 v. Chr. bauten die Thraker im heutigen südlichen Bulgarien Wein an. Als die Römer das Land besetzten, wurden neue Keltermethoden angewandt. Der thrakische Wein hatte im gesamten Römischen Reich einen ausgezeichneten Ruf. Im Mittelalter führten Mönche den Weinbau fort. Unter der türkischen Herrschaft kam der Weinbau fast zum Erliegen. Als um 1900 die Reblaus einen Großteil der Rebflächen verwüstete, wurden bei der folgenden Neubepflanzung vor allem klassische französische Reben gepflanzt. Auch in Bulgarien wurden die Weingüter 1947 verstaatlicht und erst 1990 wieder privatisiert.
Auch der ungarische Weinbau hat eine lange Geschichte, die ältesten Weinrebengewächse werden auf etwa 5.300 Jahre geschätzt. Sowohl die Griechen als auch die Römer beeinflussten den ungarischen Weinbau. Durch die Christianisierung wurde der Weinbau um das Jahr 1000 n. Chr. belebt. Als die Osmanen um 1520 einen großen Teil des Landes eroberten, wurde immer weniger Wein hergestellt.

 

Rebsorten

Weinernte (Riesling )

Weinernte (Riesling )

Bedeutende weiße Trauben in der rumänischen Republik sind Silvaner, Fetească Alba, Fetească Regală Chardonnay, Traminer und Muskat-Ottonel. Bei den Rotweinreben spielen vor allem Cabernet Sauvignon, Merlot, Pinot Noir, Băbească Neagră und Fetească Neagră eine Rolle. Wichtigste Sorten in Bulgarien sind Pamid, Merlot und Cabernet Sauvignon. Blaufränkisch, Welschriesling, Furmint, Cserszegi Füszeres, Bianca, Cabernet Sauvignon und Chardonnay sind die wichtigsten ungarischen Reben.

 

Anbaugebiete & bekannte Weine

Osteuropa ist den Weinbau betreffend unglaublich vielfältig – genauso wie die unterschiedlichen Weinanbaugebiete. Allein in der ungarischen Republik existieren, vor allem im Süden und im Zentrum des Landes, zahlreiche Weinregionen – genau 22 an der Zahl. Stellvertretend für Osteuropa sollen an dieser Stelle eine wichtige ungarische und eine rumänische Weinregion vorgestellt werden, die hochwertigen Wein produzieren.
● Dealu Mare
Die besten rumänischen Rotweine kommen aus Dealu Mare, das Teil des Anbaugebietes Munetien ist und im Vorland der Karpaten liegt. In der reizvollen Landschaft von Rumäniens Südosten wachsen auf zwischen 130 und 600 Meter Höhe vor allem Cabernet Sauvignon, Pinot Noir und Merlot. Die sonnigen Südlagen der Hänge, das gemäßigte Klima und der lange, warme und sonnige Herbst ermöglichen Rotweine von höchster Qualität.
● Tokaj-Hegyalia
Seit 2002 gehört das Weinbaugebiet Tokay-Hegyalia zum UNESCO-Weltkulturerbe. Die Region liegt im äußersten Nordosten der ungarischen Republik und ist das bekannteste Anbaugebiet des Landes. Es wird von vulkanischer Hügellandschaft und kontinentalem Klima geprägt. Tokaj besteht aus 28 Weinbaugemeinden, die rund 6000 ha Rebfläche kultivieren. Das Gebiet ist ausschließlich mit Weißweinsorten bepflanzt. Wichtigster Exportschlager ist der süße, goldgelbe Wein Tokajer, der zu den besten Süßweinen der Welt zählt und aus geschrumpften Beeren gekeltert wird.

 

Weinanbau in Chile

Chile

  • Rebfläche: 150.000 ha
  • Wichtigste Anbaugebiete: Valle del Maipo, Rapel, Elqui & Limarí
  • Wichtigste Rebsorten: Cabernet Sauvignon, País, Carménère, Merlot, Chardonnay
  • Stärken: Kraftvolle, komplexe Rotweine, z. B. Merlot
  • Weintipp: Montes Alpha Cabernet Sauvignon von Montes  Vino Seña von Edoardo Chadwick (Viña Errázuriz)u. MondaviAlmavia von Mouton-Rothschild und Conchay y Toro

 

Bedeutung des Weinbaus in Chile

Ernte der Weintrauben

Ernte der Weintrauben

Noch in den 1980er-Jahren wurden kaum Qualitätsweine aus Chile nach Europa importiert. Jene Weine, die importiert wurden, galten lange als „Mainstream“-Weine, als Kopien der großen Franzosen. Einfache Rebsorten-Weine wurden aus zusammengekauften Trauben erzeugt und in großen Mengen produziert – die fruchtigen Weine wurden jung getrunken. Doch in den vergangenen 30 Jahren hat sich die Lage geändert – immer mehr Premiumweine werden in Übersee und auch in Chile gekeltert. Diese Spitzenweine können es inzwischen selbst mit den großen französischen und italienischen Weinen aufnehmen. Die klimatischen Bedingungen und die Böden in Chile eignen sich sehr gut für den Weinbau – wegen der isolierten Lage müssen Winzer weder mit Mehltau noch mit der Reblaus kämpfen. In den vergangenen 20 Jahren ist die Rebfläche stetig angestiegen.

 

Geschichte des chilenischen Weinbaus

Es waren wohl die Eroberer aus Spanien, die den Weinbau nach Südamerika brachten. Mitte des 16. Jahrhunderts wurden die ersten Rebstöcke in chilenischen Boden gepflanzt – die ersten Sorten waren Albilho, País und Moscatel. Mitte des 19. Jahrhunderts nahm dann der moderne Weinbau Einzug in Chile – französische Winzer, die in das südamerikanische Land auswanderten, brachten Wissen und Sorten wie den roten Sauvignon oder Sauvignon Blanc mit in das Land. Noch heute gilt die Bordeaux-Weinsorte Carménère, die ursprünglich aus Frankreich stammt, als typisch für Chile. Seit den 1980er-Jahren steigt der Export von chilenischen Weinen stetig an – in den vergangenen 20 Jahren investierten große Winzer aus Frankreich und Bordeaux, z. B. Rothschild, in chilenischen Regionen und erschließen dort neues Terrain für den Anbau von Wein.

 

Rebsorten

Der Großteil der 150.000 ha Rebenflächen entfällt auf rote Rebsorten – rund 75 % der angebauten Sorten tragen rote Trauben. Bei ihnen dominieren die Sorten Cabernet Sauvignon (ca. 26 %), País, Merlot, Carménère, Syrah und Pinot Noir. Die am meisten verbreiteten weißen Rebsorten sind Sauvignon und Chardonnay. Außerdem werden Semillon, Riesling und Chenien-Blanc kultiviert.

 

Anbaugebiete & bekannte Weine

Weintrauben vor der Ernte

Weintrauben vor der Ernte

Vor allem im mittleren Drittel des Landes, rund um die Hauptstadt Santiago de Chile, wird Wein angebaut – im sog. „Central Valley“ wachsen 90 % aller exportierten Weine Chiles. Wegen des kalten Humboldtstroms, der die Küste entlangfließt, werden die Reben nicht an der Küste, sondern im Landesinneren angebaut. Im Central Valley herrschen angenehm warme Temperaturen mit vielen Sonnenstunden – ideale Bedingungen für kräftige, gehaltvolle Weine.
● Valle del Maipo
Das Maipo-Tal rund um Santiago gilt als Wiege des chilenischen Weinbaus. Aus dieser Anbauregion stammen die erfolgreichsten Weine des Landes – auch wegen dem idealen Klima, das von trockenen Sommern und milden Wintern geprägt wird. Auf den 10.000 Hektar Anbauflächen gedeihen zu 80 % rote Reben, wie z. B. Syrah, Merlot und Carmenère. Im „Maipo Medio“ der mittleren Höhenlage auf etwa 550 Metern Seehöhe reifen die seidigsten und fruchtigsten Rotweine des Landes. Der Cabernet Sauvignon dieser Gegend wird auch als „Bordeaux of South America“ bezeichnet.
● Rapel
Die Weinbauregion Rapel teilt sich in die Gebiete Cachapoal und Colchagua. Mediterrane Temperaturen, geschützte Weinberge mit viel Sonne, lehmige und mineralstoffreiche Böden machen das Valle Rapel zu dem perfekten Anbaugebiet für Spitzenweine und zum beliebten Terrain für Weingüter. Hier wurde im Jahre 1987 der erste Premium Wein Chiles angebaut, der Montes Alpha. Genauso bekannt sind inzwischen der Wein Folly sowie die Viña Santa Cruz. Empfehlung: Montes Alpha Cabernet Sauvignon von Montes.
 

Weinanbau in Australien

Australien

Australien

  • Rebflächen: 175.000 ha
  • Wichtigste Anbaugebiete: Yarra Valley, Barossa Valley, McLaren Vale, Hunter Valley
  • Wichtigste Rebsorten: Syrah, Cabernet Sauvignon, Merlot, Chardonnay, Sultana, Semillon
  • Stärken: fruchtiger, opulenter Syrah
  • Weintipp: Penfolds Grange Hermitage Cabernet Sauvignon Kingston Estate Outback Chase Kalleske Pirathon Shiraz

 

Bedeutung des Weinbaus in Australien

Weltweit gehört Australien mit 180.000 ha Rebflächen zu den weltgrößten Weinproduzenten der Welt. In den vergangenen zwanzig Jahren ist die Weinexportmenge stetig gestiegen – 2012 exportierte das Land über 720 Millionen Liter Wein. Derzeit gibt es rund 2.500 australische Weinanbaubetriebe. Der Weinanbau selbst hat sich in den vergangenen Jahrzehnten in eher kühlere Lagen verschoben, z. B. nach Tasmanien – die klimatischen und territorialen Bedingungen dieser Gebiete ähneln jenen von Piemont oder Bordelais. Der typisch australische Wein ist von Fruchtfülle geprägt. Weinkritiker bemängeln oft, dass die australische Produktion auf riesige Mengen ausgerichtet sei und das Weinhandwerk zu kurz komme. Allerdings gibt es in Australien durchaus viele kleinere Weingüter in Familienhand mit großer Tradition, die exzellente Weine hervorbringen. Besonders bei einer jüngeren Zielgruppe hat sich australischer Wein inzwischen zur beliebten Alternative entwickelt.

 

Geschichte des australischen Weinbaus

Weinernte in Australien

Weinernte in Australien

Die Geschichte des Weinbaus beginnt im 18. Jahrhundert – der angebaute Wein war vor allem für den Binnenmarkt bestimmt. Als erster

Weinzüchter Australiens gilt Gregory Blaxland, der sich 1820 auf der Brush Farm niederließ und dort erfolgreich Weinbau betrieb. Zur Mitte des 19. Jahrhunderts wurden Weingüter gegründet, die noch heute bestehen – so zum Beispiel Penfolds. Um 1920 sank die australische Weinproduktion, weil viele Australier statt des einfachen australischen Weins lieber den qualitativ hochwertigen Wein aus dem Ausland tranken. In den darauffolgenden Jahren versuchten die einheimischen Winzer anspruchsvollere Weine zu keltern – vor allem aus klassischen europäischen Sorten wie Chardonnay, Sauvignon und Shiraz. Die Mission gelang – heute stehen die großen australischen Weine, wie z. B. der „Grand Hermitage“ im Bordeauxstil des Weinguts Penfolds, den klassischen europäischen in nichts nach.

Rebsorten in Australien

In „Down Under“ entfallen etwa 60 % der Rebfläche auf rote Rebsorten und 40 % auf weiße Sorten – insgesamt werden etwa 140 Rebsorten angebaut. Die mit Abstand wichtigste Rebe in Australien ist der Shiraz – der fruchtbetonte, opulente und kräftige Rotwein ist auch der Exportschlager des Landes. Auf den Wein Shiraz folgt der Cabernet Sauvignon, angebaut werden auch Pinot Noir, Ruby Cabernet, Cabernet Franc und Merlot. Bei den weißen Trauben hat der Chardonnay die Nase vorn, gefolgt von Semillon, Riesling, Chenin Blanc, Colombard und Sauvignon Blanc.

Anbaugebiete & bekannte Weine

 Die bekannten Weine Australiens stammen fast alle ausschließlich aus dem Süden des Landes – der Qualitäts-Weinbau findet vorwiegend dort statt. Auch im Rest des Landes werden Weine gekeltert, jedoch eher einfache Weine in großen Mengen. Seit 2001 werden die australischen Weinanbaugebiete in „Geographical Indications“ eingeteilt, die wiederum aus Zonen, Subregionen und Regionen bestehen. Wie erwähnt, befinden sich die bekanntesten Weinanbaugebiete in South Australia, aber auch in Western Australia, New South Wales, Queensland, Victoria und Tasmanien.

  • Barossa Valley
Das Barossa Valley ist das wohl bekannteste Anbaugebiet Australiens und wird durch trockene Sommer und milde Winter charakterisiert.Neben dem mediterranen Klima eignen sich auch die fruchtbaren Böden aus Sandgrund, Schwarzerde und Lehm für den Weinbau.Nördlich von Adelaide im Süden von Australien gelegen, sind 10.000 Hektar Land des Barossa Valley mit Rebsorten wie Shiraz, Cabernet Sauvignon, Riesling und Chardonnay bepflanzt. Der Muscadelle und der Grenache aus Barossa Valley gelten international als Spezialitäten – genauso wie der fruchtbetonte, vollmundige Shiraz aus der Weinbauregion.

  • Hunter Valley
Weinanbau Australien

Weinanbaugebiet Hunter Valley

Wer Sidney besucht, kann gleich einen Abstecher in das Weinanbaugebiet Hunter Valley einplanen. Unweit der Metropole gelegen ist Hunter Valley ein ganz besonderes Weinanbaugebiet: Böden und Klima eignen sich nur bedingt für den Traubenanbau; und doch werden im Hunter Valley seit Jahren hochwertige Weine produziert. Die Reben wachsen in vulkanischem Basalt und sandigem Lehm, die Trauben werden sehr früh geerntet, um eine hohe Qualität zu erhalten. Die wichtigste Sorte des Anbaugebiets ist Chardonnay – angebaut werden aber auch Semillon, Chenin Blanc, Gewürztraminer, Shiraz, Cabernet Sauvignon und Merlot. Im Hunter Valley wächst auchAustraliens beliebtester Wein: der Botrytis Semillon, ein opulenter Dessertwein, der in ganz Australien serviert wird.
Weinfass auf einem Weingut

Argentinien

     Argentinien

  • Rebflächen: 220.000 ha
  • Wichtigste Anbaugebiete: Mendoza, La Rioja, Río Negro, San Juan
  • Wichtigste Rebsorten: Malbec, Cabernet Sauvignon, Chardonnay, Torrontes
  • Stärken: Volle, fruchtige Rotweine
  • Weintipp: Malbec Bodegas Salentein Colomé Reserva Bodega Colomé

 

Bedeutung des Weinbaus in Argentinien

Mit einer Rebfläche von insgesamt 220.000 ha gehört Argentinien zu den größten Weinbauländern der Welt. Rund 15 Millionen Hektoliter

Weinanbauland Argentinien

Argentinien gehört zu den größten Weinbauländern der Welt.

Wein werden jährlich produziert – dies entspricht etwa fünf Prozent des weltweiten Weinvolumens. Während Argentinien zwischen den 1970er- und 1990er-Jahren vor allem günstigen Massen-Wein für den lokalen Markt produzierte, ist das südamerikanische Land inzwischen auch Heimat großer Weine und auch ein wichtiges Exportland von Wein generell. Die Weinbaugebiete erstrecken sich längs des Staates entlang den Ausläufern der Anden. Klima, Boden und Rebsorten spielen in Argentinien in vielen Anbaugebieten sehr gut zusammen – vor allem rote Weinsorten werden immer mehr angepflanzt. Wegen der niedrigen Luftfeuchtigkeit und weil Insekten, Pilze und Krankheiten selten vorkommen, kommen viele Winzer ganz ohne Pestizide aus und produzieren damit biologischen Wein – wenn auch ohne Siegel.

Rebsorten

Bei den roten Rebsorten spielen Cabernet Sauvignon, Bonarda und Malbec die Hauptrolle; in den vergangenen Jahren stieg der Anteil der roten Sorten zusehends, bei Neupflanzungen werden vor allem Bonarda (18.000 ha), Cabernet Sauvignon (17.000 ha), Malbec (23.000 ha), Merlot (8.000 ha) und Syrah (12.000 ha) eingesetzt. Auf rund 8.000 ha wird die Rebe Torrontés Riojano angepflanzt, eine argentinische Sorte, aus der blumige, frische Weißweine mit Muskateller-Aroma gekeltert werden. Weitere wichtige Weißweinsorten sind Chenin Blanc (3.000 ha), Chardonnay (6.000 ha), aber auch Sauvignon Blanc, Semillon, Ugni Blanc und Moscato Giallo. Eine Besonderheit des argentinischen Weinbaus sind die rosa Sorten, die, sobald sie reif sind, weder ganz weiß noch ganz rot sind – sie bedecken rund 30 % der Fläche.

Anbaugebiete & bekannte Weine

Eine Besonderheit des argentinischen Weinbaus ist die überragende Bedeutung einer einzelnen Weinbauregion: In Mendoza werden fast 60 % des gesamten argentinischen Weins produziert, es umfasst knapp 150.000 ha. Rebfläche, die von 900 Weingütern bewirtschaftet werden . Zweitgrößtes Anbaugebiet Argentiniens ist San Juan. Auch Salto gehört zu den argentinischen Aufsteigern, es verfügt über die weltweit am

höchsten gelegenen Rebflächen auf 3.000 Metern. Die Bodega Colomé, die diese kultiviert, ist das höchste Weingut der Welt – zudem werden die Rebanlagen biodynamisch bewirtschaftet.

 

● Mendoza

Weinrebe vor der Ernte

Weinrebe vor der Ernte

Mendoza, la „tierra del sol y del vino“, wie Einheimische diese Region Argentiniens nennen, gilt als Heimat des Malbec – und des

argentinischen Weins überhaupt. 330 Sonnentage, wenig Niederschläge und kaum Herbstregen sowie steinige und sandige Böden lassen die Malbec-Traube herrlich und unbescholten reifen. Der Malbec-Wein aus Mendoza ist dunkelviolett und opulent mit Noten von Schwarzkirsche

und Johannisbeeren, Cassis und Himbeeren. Neben dem Malbec reifen in Mendoza auch Cabernet Sauvignon und Merlot.

 

● San Juan

Dieses Weinanbaugebiet Argentiniens trumpft nicht nur mit 50.000 ha Weinreben, sondern auch mit einem Superlativ auf – in San Juan wachsen nämlich die weltweit höchstgelegenen Weinberge. San Juan vereint die typisch argentinischen Klimaeigenschaften: Höhenklima mit starker Sonneneinstrahlung & hohe Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht. Die Reben, vor allem Merlot, Malbec, Cabernet Sauvignon und Chardonnay, wachsen hauptsächlich zwischen 600 und 1.500 Metern.