Weinkeller mit Flaschen und Eichenfässern

Der beste Platz für den edlen Tropfen: Wo man Wein lagert

Edle Tropfen sind anspruchsvoll. Am wenigsten mögen sie Temperaturschwankungen, am liebsten eine gleichbleibende, kühle Temperatur. Wer Wein über längere Jahre hinweg lagern möchte, sollte einige Regeln beachten, damit aus dem edlen Bordeaux kein säuerlicher Rebensaft wird. Des Weins liebstes Zuhause ist ein alter, kühler, nicht isolierter Keller mit genügend Luftfeuchtigkeit. Als Alternative für diejenigen, die über keinen Keller verfügen, sind auch Klimaschränke geeignet. Wo der Wein auch aufbewahrt wird, folgende Punkte sollten beachtet werden:
● Temperatur zwischen 10 und 16 Grad Celsius

 Weinschrank

Weinschrank

● Luftfeuchtigkeit zwischen 50 und 80 Prozent
● Belüftung Kisten und Verpackungen öffnen
● Lichtverhältnisse Wein liebt Dunkelheit

Grundsätzlich liebt Wein also gleichbleibende Temperaturen, die zwischen 10 und 16 Grad liegen. Insgesamt sollte der Lagerplatz eher feucht als trocken sein. Allerdings auch nicht zu feucht – denn dann kann es passieren, dass der Korken schimmelt – und die köstlichen Weine, die seit Jahren aufbewahrt werden, nicht mehr genießbar sind.

Wein mag es gern dunkel – durch den Kontakt mit Licht und Helligkeit kann die Farbqualität negativ beeinträchtigt werden. Außerdem mögen es Weine gerne geruchsfrei – lagern Sie Wein nicht neben Kartoffeln oder Gemüse. Auch die Belüftung ist wichtig: Weine, die in Kisten oder Kartons verpackt sind, brauchen Luftzirkulation. Packungen sollten also geöffnet werden und nicht länger verschlossen bleiben, ansonsten können Sie über die Jahre Holzgeruch bzw. Pappgeruch annehmen.

 

Das beste Zuhause für den Wein: Der Naturstein oder Altbaukeller

Ein älterer, nicht isolierter Naturstein-, Altbau- oder Gewölbekeller ist dem edlen Tropfen sein liebstes Zuhause und perfekt für die Weinlagerung. Die meisten Hangkeller erfüllen die Ansprüche des Weines optimal und punkten mit hoher Luftfeuchtigkeit bis zu 75 %, einer kühlen Raumtemperatur und dunklen Lichtverhältnissen – perfekt, um Flaschen über Jahre liegend zu lagern. Auch viele Altbaukeller sind mit dicken, atmenden Wänden ausgestattet und bieten genügend Platz für Weinregale, die es in vielen Ausfertigungen und Preisklassen zu kaufen gibt. Die Weinregale sollten so aufgebaut werden, dass die Weine liegend gelagert werden können. Diese horizontale Weinlagerung ist wesentlich dafür, dass Weine gleichmäßig reifen.

Weinklimaschrank: Eine gute Alternative

Doch was tun, wenn man keinen Keller hat – oder „nur“ einen Neubaukeller, der wärmer ist als die typischen feuchten Weinkeller? Weinliebhaber können sich mit Weinklimaschränken oder Weintemperierschränken abhelfen. Beide Geräte eignen sich für eine längere Lagerung – sie simulieren die idealen Bedingungen des Weinkellers. Einige Klimaschränke, die sog. Weintemperierschränke, umfassen mehrere unterschiedliche, voneinander abgetrennte Bereiche bzw. Temperaturzonen.
Folgende Vorteile bringt ein Weinklimaschrank bzw. Weintemperierschrank mit sich:
● Getrennte Temperaturzonen, Abstimmung auf Weiß- und Rotwein möglich

Korb mit Wein - Weinflaschen

Korb mit Wein – Weinflaschen

● Optimale Temperatur und Luftfeuchtigkeit
● Erschütterungsresistente, lichtarme und liegende Lagerung
● Optimale Belüftung
● Geruchsneutralität

Weinklimaschränke sind demnach eine sinnvolle Anschaffung – allerdings auch etwas kostspielig.
Die meisten Geräte verfügen über eine gradgenaue elektronische Temperaturregelung, die je nach Hersteller etwas variiert (z. B. Bosch & Siemens: +6 °C bis +14 °C; Miele & Liebherr: + 5 °C bis +22 °C). Die optimale gewünschte Lagertemperatur kann per Knopfdruck eingeschalten werden. Ein Ventilator und der Aktivkohlefilter sorgen für Frischluftzufuhr und ausreichende Luftfeuchtigkeit, die zwischen 50 und 80 % variiert. Viele Weinklimaschränke sind außerdem mit vibrationsarmen Verdichtern ausgestattet, so dass Erschütterungen, die Reifeprozess und Qualität der Weine beeinträchtigen könnten, abgehalten werden. Wein sollte im Dunkeln gelagert werden – deshalb sind viele Glastüren von Weinklimaschränken auch mit schützenden UV-Filtern ausgestattet, sodass kein Licht die Qualität beeinflusst.
Die Größe der Geräte reicht von kleinen Weinklimaschränken mit Platz für 32 Flaschen bis hin zu Schränken, die über 230 Flaschen aufnehmen können.

 

Weinklimaschrank oder Weintemperierschrank – wo liegt der Unterschied?

Auf dem Markt erscheinen die Geräte oft unter verschiedenen Bezeichnungen, dies stiftet etwas Verwirrung. Grundsätzlich lassen sich die Kühlschränke für edle Tropfen in

● Weinklimaschränke / Weinklimaschränke und
● Weintemperierschränke
unterscheiden. Weinklimaschränke verfügen nur über eine oder zwei Temperaturzonen und dienen zur langfristigen Lagerung von Weinen. Weintemperierschränke dienen hingegen der Vorratshaltung von verschiedenen Weinen in der jeweils benötigten Trinktemperatur (Weißwein: 8 °C bis 14°C; Rotwein: 16 °C bis 20 °C).

Besser nicht: Wo man Wein nicht lagern sollte

● In der Holzkiste oder im Pappkarton
verschiedene Weine

verschiedene Weine

Auch wenn Sie den teuren Rotwein in einer schönen originalen Holzkiste geschenkt bekommen – öffnen Sie sie, damit etwas Luft zirkulieren kann. Ansonsten kann der Wein mit der Zeit Holzaromen annehmen.

● Neben Gemüse- oder Kartoffelkisten

Dasselbe gilt für Gemüse- oder Kartoffelsäcke, die gleich neben dem Wein stehen: Obwohl die Flasche geschlossen ist, kann der Inhalt Aromen von außen aufnehmen. Wein sollte immer geruchsneutral gelagert werden.

 

● In Küche, Schlafzimmer, Wohnzimmer oder auf dem Balkon

Auch wenn es im Schlafzimmer oder auf dem Balkon kühler ist, lagern Sie den Wein unbedingt im Dunkel oder Halbdunkel. Licht kann das Aroma des Weines und die Farbqualität zerstören.