Rotwein und Weißwein

Die Farben des Weines – und was sie aussagen

Die Farben des Weines – und was sie aussagen

Glas für Weißwein

Glas für Weißwein

Bereits dann, wenn der Wein langsam ins Glas fließt, erkennt der Weinliebhaber Hinweise auf den Charakter des Weins – noch vor dem ersten Riechen und Probieren. Das Farbenspiel im Glas ist keineswegs nebensächlich, bei der professionellen Bewertung kommt ihm eine wichtige Rolle zu.
Je nach Rebsorte, Herstellung und Alter unterscheiden sich die Weinfarben voneinander und geben Informationen über den Wein selbst. Vor allem bei der groben Unterscheidung spielt die Farbe natürlich eine wichtige Rolle: Daran erkennt der

Rote Trauben = roter Wein? Nicht unbedingt!

Der Laie würde annehmen, dass Weißweine aus grünen Trauben gekeltert werden – und die Rotweine von roten Trauben stammen. Dem ist allerdings nicht so. Aus allen roten Traubensorten können auch Weißweine gekeltert werden. Der frische Traubensaft ist immer weiß – erst die Traubenschalen, die mit dem Saft vergären, bestimmen die Farbe. Das beste Beispiel hierfür ist der kostbare Champagner: Unter anderem wird er aus den roten Rebsorten Pinot Noir und Pinot Meunier hergestellt.

Wie entsteht die Weinfarbe?

Erst während des Gärungsprozesses entscheidet es sich also, welche Farbe der Wein erhält: Der Alkohol löst die Farbe aus den Schalen der Weinbeeren. Bei Weißweinen oder Roséweinen dürfen die Trauben nur wenige Stunden auf der Maische liegen bleiben. Je länger diese liegen bleiben, umso intensiver wird die Farbe.

Einige Faustregeln

Korb mit Wein

Korb mit Wein

● Je höher der Alkoholanteil und die Temperatur und je tiefer der PH-Wert, umso kräftiger erscheint die Weinfarbe!
● Das Alter des Weins beeinflusst ebenfalls die Farbe. Rotwein, z. B. Spätburgunder, verliert mit zunehmendem Alter an Farbintensität, die Farbe der Weißweine wird im Alter immer kräftiger. Während Handelsweine ihre Farbe oft schon nach zwei, drei Jahren ändern, ändert sich die Farbe bei Spitzenweinen, die reifen müssen, erst nach 10 oder 15 Jahren.

 

Wein und Alter

Anhand der Weinfarbe lässt sich nur schwer auf die Qualität der Weine schließen – dafür können aber Aussagen darüber getroffen werden, ob der Wein noch jung oder schön älter ist. Ein Überblick:

Weißwein

Farbe Alter

 
grüngelb jung, 1-2 Jahre

goldgelb reif, 3-10 Jahre
bernstein alt, 10 Jahre oder älter

Rotwein

Farbe Alter
purpurrot sehr junger Wein, 1-2 Jahre

Weinschrank

Weinschrank

granatrot junger Wein, 3-5 Jahre
rubinrot reifer Wein, 8-15 Jahre
ziegelrot alter Wein, 15 Jahre oder älter

Roséweine

Farbe Alter
rosé junger Wein, 1-2 Jahre alt
clairet 1-3 Jahre alt
lachs 1-3 Jahre alt
rotbraun reifer Wein, 3 Jahre oder älter

Die Farbnuancen des Rotweins

Rund zehn zentrale Nuancen bestimmen die Farben des Rotweins. In jungen Rotweinen ist oft ein violetter Schimmer zu erkennen – mit zunehmendem Alter wandelt sich dieser zu Rot oder Rubinrot.
Eine Übersicht von dunkel nach hell:
● Bläulich/Schwarz
● Violett
● Purpur
● Granatrot
● Kirschrot
● Rubinrot
● Ziegelrot
● Hellrot
● Pink
● Hellrosa

Die Farbnuancen des Weißweins

Trauben bei der Lese

Trauben bei der Lese

Junger, frischer Weißwein ist oft von sehr hellem, zartem Gelb geprägt. Für ältere Weine, die im Eichenfass reifen, und für Spätauslesen sind intensive, goldgelbe und bernsteinfarbene Töne charakteristisch. Auch zwischen den einzelnen Rebsorten bestehen natürlich Unterschiede: Chardonnay ist gelblicher und Sauvignon Blanc blasser. Ein Überblick über die zentralen Nuancen des Weißweins:
● Gelbbraun
● Bernstein
● Altgold
● Gelbgold
● Grüngold
● Blassgold
● Strohgelb
● Zitronengelb
● Gelb
● Grüngelb
● Farblos

Der Glanz

In der Weinfachsprache wird nicht nur von der Farbe, sondern auch vom Glanz des Weines gesprochen. Durch ihn erkennt der Sommelier – zumindest grob – wie hoch der Säuregehalt eines Weines ist. Funkelt der Wein, dann enthält er viel Säure. Wirkt der Wein hingegen eher matt, dann ist er älter, reifer und mit geringerer Säure.
Beim Weißwein deutet ein starker Glanz auf hohe Qualität des Weines hin – ist die Farbe hingegen matt, trübe und gebrochen („blind“), dann handelt es sich wohl um keinen edlen Tropfen.
Tipp – Farbe richtig erkennen
Halten Sie Ihr Weinglas vor einen weißen Hintergrund, z. B. vor ein Stück Papier oder eine weiße Serviette. Profis verkosten auch deshalb tagsüber, weil durch die Strahlung der Sonne die Farbe ideal bewertet werden kann.
Wenn abends verkostet wird, dann sollte eine helle Raumbeleuchtung möglich sein. Betrachten Sie das Weinglas erst von oben. Halten Sie das Glas dann schräg, um zu prüfen, ob die Weinfarbe je nach Flüssigkeitsstand variiert.