Weinlandschaft

Griechenland

  • Rebflächen 150.000 ha (75.000 ha für Wein)
  • Wichtigste Anbaugebiete Peleponnes, Rhodos, Thrakien, Ionische Inseln
  • Wichtigste Rebsorten Assyrtiko, Athiri, Roditis, Agiorgitiko, Cabernet Franc
  • Stärken Charaktervolle Weine aus autochthonen Rebsorten
  • Bekannte Weine Assyrtiko aus Santorin, z. B. Thalassitis von Gaia
  • Agiorgitiko aus Peleponnes, z. B. von Katogi & Strofilia
  • Muskatwein aus Patras, z. B. von Achaia Claus

 

Bedeutung des Weinbaus in Griechenland

Weingut am Meer

Weingut am Meer

Griechischer Wein wurde aufgrund des bekannten Songs von Udo Jürgens in Deutschland zur Metapher für ein abgeschiedenes, stressfreies Leben in Einklang mit der Natur. Doch wie ist der griechische Wein tatsächlich? Leicht und elegant, kraftvoll und dicht –und äußerst vielfältig kommt er daher. Neben den üblichen internationalen Rebsorten werden im Land zahlreiche autochthone Sorten angebaut, die zum Teil bereits in der Antike angebaut wurden. Griechenland gilt als „Wiege des Weinbaus“, noch lange vor den Römern kelterten die Griechen bereits Wein. Heute sind etwa 150.000 ha Boden mit Reben bepflanzt, allerdings wird nur die Hälfte der Trauben für die Weinherstellung genutzt – die andere Hälfte dient als Tafeltrauben und Rosinen. Eine Stärke des griechischen Weinbaus sind sicherlich die vielen autochthonen Rebsorten, die die ganze Vielfalt des Weines eindrucksvoll belegen. Vor Jahren galt der griechische Retsina, ein trockener Weißwein, als Synonym für griechischen Wein.

Geschichte des griechischen Weinbaus

Bereits seit Jahrtausenden keltern die Griechen Wein aus Trauben – Griechenland wird auch als „Mutter“ des Weinbaus betrachtet. Das göttlich Getränke haben die Griechen, so die Sage, dem Gott Dionysos zu verdanken: Aus dem noch schlagenden Herzen des Dionysos ließ Athene (die Mutter von Athen) den ersten Rebstock wachsen. Vermutlich kam der Weinbau von Kreta aus über die Ägäischen Inseln auf das Festland – schon 1.100 v. Chr. gab es auf Thasos, der nördlichsten der Ägäischen Inseln, ein strenges Weingesetz. Bis ins 15. Jahrhundert blühte der Weinbau in Griechenland – nach der Eroberung des Landes durch die Türken kam er allerdings fast zum Erliegen. Erst als die Invasoren wieder abzogen, im Laufe des 19. Jahrhunderts, blühte der Weinbau wieder etwas auf. An den hochwertigen Weinbau der Antike konnte Griechenland allerdings erst mit Ende der Militärdiktatur in den 1970er-Jahren anknüpfen.

Rebsorten

Im Land des Dionysos werden noch heute rund 300 unterschiedliche Sorten auf etwa 75.000 ha Fläche angebaut; viele von ihnen stammen aus Griechenland – und wurden bereits in antiken Texten erwähnt. Eine der bekanntesten weißen griechischen Rebensorten ist die Assyrtiko, die vor allem im heißen Süden gedeiht. Weit verbreitete weiße Sorten sind außerdem Aidani Aspro, Athiri und Roditis und die internationalen Sorten Chardonnay und Sauvignon Blanc. Die wichtigsten roten Sorten sind Agiorgitiko, Kotsifali, Limnio, Vertzami und Liatiko und die internationalen Sorten Cabernet Franc, Cinsault und Merlot. Rotwein und Weißwein halten sich ungefähr die Waage.

Anbaugebiete & bekannte Weine

Weinanbaugebiet Nemea, Griechenland

Weinanbaugebiet Nemea, Griechenland

In allen Regionen Griechenlands wird Wein angebaut. Besonders köstliche Weine stammen aus dem Peleponnes und den umliegenden Inseln, wo die besten Winzer des Landes arbeiten sollen. Das griechische Qualitätssystem ähnelt dem französischen Vorbild, auch in Griechenland wird mit den „Appellations d’Origine Contrölee“ (AOC) die Herkunft bzw. die Qualität der Weine eingeteilt und auf dem Etikett kommuniziert. Insgesamt gibt es in Griechenland 28 Appellationsgebiete, die wiederum auf zehn Anbauregionen verteilt sind.
● Peleponnes
Die große Halbinsel im Süden Griechenlands ist für den Weinbau von besonderer Bedeutung: auf etwa 10.000 ha Rebfläche erstrecken sich verschiedene Appellationen, die wegen der klimatischen und territorialen Voraussetzungen auch ganz unterschiedliche Weine hervorbringen. Der nördliche Peleponnes ist das Zentrum der Weinbauregion: während Nemea bekannt ist für die großen Rotweine, werden in Mantinia bekannte Weißweine produziert. Auch Patras ist für seine Weißweine aus der Roditis-Rebe und für seine Liköre bekannt. Neben autochthonen Sorten wie Moschofilero und Vertzami werden internationale Rebsorten, wie z. B. Merlot und Cabernet Frank, kultiviert. Zu den besten Weinen der Region gehören die herrlich süßen Muskatweine aus Patras.
● Makedonien / Thrakien
In Makedonien und der benachbarten Region Thrakien werden vor allem Rotweine aus der Xynomavro-Rebe gekeltert. Auch internationale bzw. mitteleuropäische Rebsorten, wie z. B. Syrah, Merlot oder Cabernet Sauvignon, gedeihen sehr gut. Das Klima in Makedonien / Thrakien ist kühler und niederschlagsreicher als in anderen Regionen Griechenlands. Besonders köstliche (Bio-)Weine stammen aus dem „Berg Athos“ – einer Halbinsel, auf der Mönche Reben kultivieren, die von der Kellerei Tsantali weiterverarbeitet werden.

● Ägäische Inseln
Die meisten Ägäischen Inseln sind Appellationen. Insgesamt werden etwa 3.000 ha Reben angebaut, aus denen hervorragende Weine gekeltert werden. Besonders bekannt sind die süßen Likörweine bzw. Muskatweine der Inseln Samos und Limnos.