Weinberge in der Toskana

Italien

  • Rebflächen: 900.000 ha
  • Wichtigste Anbaugebiete: Toskana, Sizilien, Piemont, Venetien, Lombardei, Apulien
  • Wichtigste Rebsorten: Sangiovese, Montepulciano, Barbera
  • Stärken: heimische Rebsorten, der regionale Charakter der Rotweine
  • Bekannte Weine: Cabernet Franc und Merlot aus Friaul, Dolcetto, Nebbiolo und Barolo aus Piemont, Montepulciano aus Abruzzen usw.

 

Bedeutung des Weinbaus

Weinberge in Italien

Weinberge in Italien

Ob man nun in der Toskana in einer Bar sitzt oder in einem Restaurant auf Sizilien, selbst dann, wenn man nur einen „vino da tavola“, einen günstigen Tischwein trinkt, schmeckt er – mit hoher Wahrscheinlichkeit – vorzüglich. Getrunken wird der Wein in Italien meist zum Essen: Vor dem Mahl als „Aperitivo“, also ein leichter Weißwein oder Sekt. Zum Essen entweder Rot- oder Weißwein und zum Dessert gern ein süßer Wein oder ein Schaumwein. Gelegenheiten, den köstlichen Wein Bella Italias zu genießen, gibt es also mehr als genug!
Rund 20 Prozent der weltweiten Weinerzeugung findet in Italien statt – neben Frankreich ist Italien mit rund 60 Millionen Hektoliter Wein das größte weinerzeugende Land der Welt. Von Südtirol im Norden bis nach Sizilien – überall werden Reben kultiviert. Etwa 15 Prozent der Produktion sind Qualitätsweine, die mit den Bezeichnungen D.O.C. oder D.O.C.G. ausgewiesen werden. Der Rest sind Tafelweine, die oft ebenfalls von hoher Qualität sind.
Eine Besonderheit des italienischen Weinbaus ist der hohe Anteil der einheimischen Sorten.

Geschichte des Weinbaus

Seit etwa 3000 Jahren wird in Italien Wein hergestellt – deutlich länger als z. B. in Deutschland. Das Klima und der Boden begünstigen die Weinherstellung. Bereits die Etrusker und griechische Kolonisatoren kultivierten auf Sizilien Wein. Eines der frühen Anbauzentren war Pompeji in Neapel, wo Archäologen Amphoren mit Stempeln pompejischer Händler fanden. Die Gewächse aus Pompeji genossen in der gesamten Zeit des Römischen Reichs eine Sonderstellung. Mit dem Zusammenbruch des Römischen Reichs gingen aber auch die feinen Qualitätsweine verloren – auch wenn weiterhin Wein kultiviert wurde. Auch wenn der Weinbau in Italien eine lange Geschichte hat – moderne Weinbauverfahren werden erst seit etwa 30 Jahre angewandt. Noch immer wird ein großer Teil des Weins ursprünglich hergestellt.

Rebsorten

Bezüglich der Rebsorten ist der Weinbau in Italien enorm vielfältig; rund 1000 unterschiedliche Sorten sind registriert. Etwa 400 Sorten sind für den Qualitätswein D.O.C. zugelassen. Zu den wichtigsten italienischen Rebsorten gehören Barbera, Malvasia, Nebbiolo, Montepulciano , Trebbiano und Sangiovese. Auch international anerkannte Sorten, wie z. B. Merlot, Syrah oder Chardonnay, werden angebaut.

Anbaugebiete & bekannte Weine

beeindruckende Weinberge

beeindruckende Weinberge

Italien weist eine solche Vielfalt an ausgezeichneten Weinen einheimischer Sorten auf, dass es schwer ist, den Überblick zu bewahren. In allen Provinzen Italiens wird Wein angebaut, von Südtirol und Trient ganz im Norden über die Lombardei bis nach Sizilien. Stellvertretend seien hier die drei wichtigsten Weinanbaugebiete und ihre Stärken vorgestellt:

● Toskana

Die Heimat des Chiantis lässt das Herz jedes Weinliebhabers höher schlagen. Die wichtigste Traube der Region ist die Sangiovese, aus der Carmignano, der Vino Nobile di Montepulciano und der köstliche Brunello die Montalcino gewonnen werden. Der Vernaccia die San Gimignano ist der bekannteste Weißwein. Eine besondere Stärke dieser Weinregion sind die vielen „vini da tavola“, Einzelweine von Familien-Weingütern mit besonderen Zusammensetzungen von Reben (z. B. der Sassiciaia). Der rote Chianti war früher das Synonym für italienischen Wein schlechthin – noch heute ist der Wein weltbekannt. Als Chianti Classico wird übrigens nur jener Wein bezeichnet, der aus dem eigentlichen Chianti-Gebiet zwischen Siena und Florenz kommt.

● Piemont / Barolo

Wer das erste Mal einen sehr guten Barolo genießt, wird diesen Tag nicht so schnell vergessen. In Italien gilt der ziegelrote Barolo als „König der Weine – Wein der Könige“. Hergestellt aus der Nebbiolo-Traube, wachsen die Reben auf den Langhe-Hügeln neben Alba. Die wichtigsten Lagen sind der gleichnamige Ort, Barolo, La Morra, Castiglione Faletto, Monforte und Serralunga. Der Wein wird sortenrein aus Nebbiolo hergestellt, reift zwei Jahre im Fass und darf erst nach drei Jahren Ausbau verkauft werden. Ab einer Fasslagerung von vier Jahren darf er als „Riserva“ verkauft werden.
Neben dem Barolo und dem Barbaresco, der ebenfalls aus der Nebbiolo-Traube gewonnen wird, kommt der Barbera-Traube große Bedeutung zu. Bekannte Weißweine sind Gavi und Arneis. Auch vorzügliche Chardonnays und Cabernet Sauvignons kommen aus der Region.

● Sizilien

Die sizilianische Weintradition geht Jahrtausende zurück; kein Wunder also, dass von der feurigen Insel einige der besten Weine des Landes stammen. Wichtige einheimische Sorte, aus denen die bekannten Rotweine Duca Enrico oder Rosso del Conte gewonnen werden, sind der Nero d’Avola und Perricone. Der rubinrote, fast violette Rosso del Conte reift 18 Monate in französischen Barriquefässern und zeichnet sich durch seine lange Lagerfähigkeit von über zehn Jahren aus. Auf Sizilien reifen auch exzellente Weißweine aus Chardonnay-, Inzolia- und Sauvignontrauben. Typisch für die Region sind köstliche Süßweine, die auf den Liparischen Inseln und auf Pantelleria aus den Moscato-Trauben gekeltert werden (z. B. Moscato des Weinguts Donnafugata).