Merlot Schild am Ende einer Reihe von Weinberg Trauben.

Merlot

Steckbrief
  • Synonyme:  Merlot noir, Alicante noir, Crabutet noir, Médoc Noir, Black Alicante
  • Heimat:  Bordeaux, Frankreich
  • Hauptanbauländer:  Frankreich, Italien, Chile, Bulgarien
  • Anbaufläche:  200.000 ha
  • Beeren:  klein bis mittelgroß, dünnschalig, schwarzblau
  • Farbe:  dunkelrot
  • Aroma:  Pflaumen, Himbeeren, Lakritz, Schokolade
  • Geschmack:  Fruchtig, vollmundig, körperreich
  • Passt zu… Rind, Schmorgerichten, Wild, Ente, Thunfisch, Hartkäse

Geschichte, Herkunft und Bedeutung

Erntezeit

Erntezeit

Die erste schriftliche Erwähnung des Merlots stammt aus dem 14. Jahrhundert aus Bordeaux bzw. aus Bordelais (frz.). Damals wurde der Wein allerdings noch Crabatut noir genannt. Ab der Mitte des 18. Jahrhunderts wurde der heutige Name Merlot verwendet – damals war die Sorte bereits zu einer der wichtigsten Rebsorten aufgestiegen. Als „Eltern“ des Merlots gelten die beinahe ausgestorbenen Sorten Cabernet Franc und Magdeleine Noire des Charentes. Gemeinsam mit dem Cabernet Sauvignon gehört der Merlot heute zu den populärsten Rotweinen überhaupt – und beide haben ihre Wurzeln in Bordeaux.

Anbau, Anbauländer & -fläche

Mit einer Anbaufläche von rund 200.000 Hektar gehört die Rebsorte zu den weltweit erfolgreichsten und bedeutsamsten überhaupt. In Frankreich ist Merlot der am häufigsten angebaute Rebstock überhaupt – insgesamt sind etwa 117.000 Hektar des französischen Bodens mit diesen Reben bestückt. Auf Frankreich folgt Italien mit etwa 30.000 ha, Bulgarien mit ca. 15.000 ha, Chile mit etwa 14.000 ha und Australien mit etwa 10.000 ha. In Deutschland werden etwa 500 ha Merlot angebaut und im Tessin in der Schweiz entfallen 85 % der Rebflächen auf den Merlot – damit ist der Rotwein auch bei den Eidgenossen sehr populär.

Vor allem in Bordeaux hat die Rebsorte eine große Bedeutung: Die teuersten Weine werden meist als reine oder fast reine Merlots erzeugt – z. B. der Château Pétrus, er gilt als einer der teuersten Weine der Welt und ist sowohl begehrtes Statussymbol als auch Anlageobjekt. Je nach Ernte wird der Wein entweder als rebsortenreiner Merlot hergestellt, seltener als Cuvée, obwohl sich der Merlot auch dafür hervorragend eignet.

Die Rebe

Der Merlot gilt als frühreifende Traube, deren früher Austrieb jedoch zu Frühfrostgefährdung führt. Die Sorte ist wuchskräftig und bringt gleichmäßig hohe Erträge. Während die Rebe gegen Echten Mehltau gut gewappnet ist, kann Falscher Mehltau und Rohfäule wegen der Dünnschaligkeit der Traube ein Problem darstellen. Die einzelne Beere ist klein und rundlich, schwarzblau und dünnschalig.

Farbe & Geschmack

Trauben nach der Ernte

Trauben nach der Ernte

Weich, vollmundig, füllig – es gibt kaum jemand, der den anschmiegsamen Merlot Wein, der an seiner tiefroten Farbe zu erkennen ist, die etwas heller ist als jene des Cabernet Sauvignon, nicht mag. Dezente Aromen nach Pflaumen, Himbeeren und Schwarze Johannisbeeren, aber auch nach Lakritz, Schokolade und Tabak machen ihn zur beliebten Rebsorte und zum idealen Begleiter für Festessen in großer Runde. Reift der Wein länger, treten die Fruchtaromen in den Hinter- und die Kräuternoten in den Vordergrund. Charakteristisch für die Weine ist ein mittlerer bis hoher Alkoholgehalt. Der elegante Wein beinhaltet, sofern es sich um einen guten Jahrgang handelt, nur wenige Tannine und schmeckt auch deshalb sehr weich.
Foodpairing: Merlot passt zu…
Die kräftigen Merlot Weine, die als Cuvées im Barrique ausgebaut werden, passen sehr gut zu kräftigen Gerichten wie Schmorbraten, Ente oder gebratenem Rindfleisch. Besonders köstlich: Ein vollmundiger Merlot Wein in Begleitung mit Wildfleisch in Cassis-Soße oder mit Preiselbeeren. Besonders der Merlot Rotwein aus Übersee, der jedoch oft einen hohen Alkoholgehalt um 13 Vol. % hat, eignet sich auch gut zum Solo-Trinken und passt sehr gut zu Hartkäse. Leichtere und fruchtigere Merlot-Varianten schmecken ebenfalls sehr gut „solo“ oder aber zu leichten bis mittelschweren Gerichten, wie z. B. Thunfisch. Wie bei allen Weinen variiert der Preis des Merlots je nach Anbaugebiet, Jahrgang, Weingut etc.