Weißwein im Weinberg

Müller-Thurgau

Steckbrief
  • Synonyme:  Rivaner, Müllerka
  • Heimat: Thurgau, Schweiz
  • Hauptanbauländer Schweiz, Deutschland, Ungarn, Slowakei, Italien
  • Anbaufläche 45.000 ha
  • Beeren mittelgroß, oval, gelb-grün, saftiges Fruchtfleisch
  • Farbe hell mit zartem Grünschimmer
  • Aroma Muskat, Gras, Gewürz,
  • Geschmack frisch, süffig, trocken, milde Säure
  • Passt zu… Süßwasserfisch, Salate, Spargel, Pasta

 

Geschichte, Herkunft & Bedeutung

Weintrauben vor der Ernte

Weintrauben vor der Ernte

Aus rechtlichen Gründen wird der Müller-Thurgau heute Silvaner genannt, besonders dann, wenn er halbtrocken oder trocken ausgebaut wurde. Seinen ursprünglichen Namen erhielt er vom Schweizer Rebforscher Hermann Müller, der aus dem Kanton Thurgau stammt und die weiße Rebsorte im Jahr 1882 züchtete. Lange wurden die Weine Riesling und Silvaner als „Eltern“ des Weins vermutet, inzwischen steht jedoch fest, dass es sich um eine Kreuzung aus Riesling und Madeleine Royale handelt. Der „Vater“ der Rebsorte war selbst nicht ganz sicher, welche Elternsorten er verwendet hatte.

Anbau, Anbauländer & -fläche

Mit einer Anbaufläche von rund 42.000 ha weltweit gehört der Wein zu den erfolgreichsten Neuzüchtungen weltweit. Dies liegt auch daran, dass der Müller-Thurgau dem Klima und der Bodenbeschaffenheit relativ anspruchslos gegenübersteht und die Rebe selbst früh reift und große Ertragsmengen einbringt. Selbst in Gegenden, die für andere renommierte Rebsorten gar nicht oder kaum geeignet sind, können die Müller-Thurgau Rebstöcke angepflanzt werden. Dies erfreut Winzer, die in kühleren Gegenden Wein herstellen.

Mit rund 14.000 ha Weinstöcken gehört Deutschland zu den Hauptanbauländern des Weins, es folgen Österreich, die Slowakei, Tschechien, Italien, Slowenien, die Schweiz und Frankreich. Besonders in Österreich wird der Rivaner oftmals als Verschnittwein genutzt und bildet die Grundlage von Sturm.

Die Rebe

Wie bereits erwähnt ist die Rebe Müller-Thurgau recht anspruchslos und bevorzugt frische, tiefgründige Böden. Auch gegen Temperaturschwankungen und Maifröste ist sie recht resistent – nur Trockenheit macht ihr zu schaffen. Die Rebe ist gegen Peronospora, Roten Brenner und Stiellähme anfällig. Die große Ertragsfähigkeit und Anspruchslosigkeit der Rebe ist ein Grund dafür, dass der Müller-Thurgau selten Spitzenqualität erreicht – einfach deshalb, weil er so in Lagen angepflanzt wird, die für Qualitätsweine nicht ideal sind. Das heißt aber nicht, dass es nicht das ein oder andere Weingut gibt, das exzellenten Müller-Thurgau herstellt. Die Beeren selbst sind mittelgroß und oval, gelblichgrün und leicht beduftet. Charakteristisch ist das saftige Fruchtfleisch mit einem leichten Muskatbukett.

Farbe & Geschmack

Trauben bei der Lese

Trauben bei der Lese

Der süffige, leichte Wein zeichnet sich, je nach Anbaulage, durch blumige Noten und milde Fruchtsüße aus. Charakteristisch für die Weine ist auch der Muskatton im Bukett. Weinkenner entdecken leichte Kräuter- oder Grasaromen. Die Säure steht beim Müller-Thurgau im Hintergrund und kommt nur bei Reben in nördlicheren Lagen etwas zum Vorschein. Müller-Thurgau eignet sich nicht zur Lagerung und sollte möglichst frisch getrunken werden. Werden die Lagerzeiten überschritten, dann geht das feine Muskataroma verloren. Die Farbe des Weines ist von zartem Hellgelb, oft mit einem leichten Grünschimmer.
Der Müller-Thurgau eignet sich durchaus für die Herstellung von Prädikatsweinen. Nichtsdestotrotz wird er oft auch für Billigweine verwendet und verschnitten – der Grund hierfür liegt darin, dass die Rebe hohe Erträge bringt, selbst in schlechten Lagen. Bei Weinkennern ist sein Ruf deshalb – ungerechtfertigterweise – oft nicht sehr gut.

Foodpairing: Müller-Thurgau passt zu…

Weil der Wein leicht und mild schmeckt, eignet er sich bestens als Trinkwein. Ein besonders harmonischer Begleiter ist er zu Spargelgerichten, Salaten und Süßwasserfisch. Auch mit Wildgerichten, die allerdings nicht zu kräftig gewürzt sein sollten, wird gerne ein Glas Müller-Thurgau gereicht.