Rotweinflasche und Bündel von roten Trauben

Pinot Noir

Steckbrief

  • Synonyme: Spätburgunder, Pinot nero, Blau- und Schwarzburgunder
  • Heimat: Burgund
  • Hauptanbauländer: Frankreich, Deutschland, Australien, Kalifornien
  • Anbaufläche: 50.000 ha
  • Beeren: rundlich bis oval, mittelgroß, dunkelblau bis violett
  • Farbe: helles, mittelkräftiges Rot
  • Aroma: Schwarze Johannisbeeren, Himbeeren, Kirsche, Mandel
  • Geschmack: aromatisch-fruchtig, vollmundig
  • Passt zu… Kalbsbrust, Ossobuco, Ente, Schweinefleisch, Camembert

Geschichte, Herkunft & Bedeutung

schmackhafte-Weintrauben

schmackhafte-Weintrauben

Seine Wurzeln hat der Spätburgunder – wie der Name bereits verrät – in Burgund. Vermutlich kultivierten bereits die Römer in Burgund die Rebe; bereits der altrömische Schreiber Columella beschreibt in seinem Werk „De re rustica“ eine Rebsorte, die wohl dem heutigen Spätburgunder zugeordnet werden kann. Aller Wahrscheinlichkeit nach stammt die Rebsorte Pinot Noir in direkter Linie von der Wildrebe ab. Die Rebsorte gehört zu den besten der Welt, den Edelreben oder Cépages nobles. Das weiße Pedant zum Pinot noir ist der Pinot blanc, auch Pinot bianco oder Weißburgunder genannt. Der Pinot blanc wurde erst zur Jahrhundertwende vom Chardonnay unterschieden.

Anbau, Anbauländer & -fläche

Rund 60.000 Hektar Boden sind mit den Reben des Spätburgunders bestückt; das Mutterland der Rebsorte, Frankreich, verfügt mit rund 30.000 Hektar über die größte Rebfläche. Im Herzen Burgunds ist der Pinot Noir noch immer die einzige zugelassene Rebsorte, um Qualitätsweine zu erzeugen. Zudem macht der Spätburgunder den wichtigsten Anteil des Champagners aus – deshalb wird die Rebe auch in der Champagne fleißig angebaut. Auf Frankreich als Hauptanbauland folgen Deutschland, Italien, Schweiz, Österreich, Australien, Kalifornien, Südafrika, Chile und Neuseeland.

Die Rebe

Pinot Noir gehört zu den Edelreben – und damit zu den qualitativ sehr hochwertigen Rebsorten, die, wie bereits erwähnt, auf eine lange Geschichte zurückblicken kann. Der Anbau des Spätburgunders ist schwieriger als der anderer Sorten: Wegen der dünnen Haut der Beeren müssen sie äußerst vorsichtig verarbeitet werden. Die Rebe selbst reagiert empfindlich auf Klimaschwankungen – deshalb wird der Wein meist nur auf südseitigen Hanglagen angebaut. Die Pflanze bedarf kalkhaltiger, fruchtbarer Böden. Doch auch wenn alle Bedingungen stimmen, gleicht die Rebe einer kränklichen Diva: Anfällig für Echten und Falschen Mehltau, für Rohfäule und Chlorose verlangt sie dem Winzer einiges ab.

Farbe & Geschmack

Rotwein und Gänsebraten

Rotwein und Gänsebraten

Trotz des schwierigen Anbaus erfreuen sich die Weine größter Beliebtheit – ihre geschmacklichen Qualitäten und der feine Duft findet zahlreiche Anhänger. Die gekelterten Weine weisen einen aromatisch-fruchtigen, vollmundigen Geschmack auf. Oft erkennt der Genießer darin Beerenaromen – z. B. nach Himbeeren, Brombeeren oder Johannisbeeren. Auch Kirsch- und Mandelnoten kommen häufig vor. Kenner schmecken im Wein z. T. auch Aromen heraus, die an Mandarinen und reife Feigen erinnern.

Vor allem in jungen Jahren weist der Pinot Noir diese stark fruchtigen Aromen auf – er lässt sich früher trinken als andere Weine. Reift der Spätburgunder länger – wegen seiner kräftigen Gerbsäure ist er durchaus länger lagerfähig – dann treten die Fruchtaromen etwas in den Hintergrund und er wirkt gesetzter, herbstlicher. Meist wird der Wein als trockener Rotwein ausgebaut, oft auch mit einiger Restsüße. Hohe Qualitäten werden im Barriquefass ausgebaut. Die Farbe des Burgunders reicht von kräftigem, eher hellem Rot und ist nicht so dunkel wie jene von anderen kräftigen Rotweinen. Als Gegenspieler des Pinot Noir gilt der Cabernet Sauvignon: Der Pinot Noir ist reicher an Säure und ärmer an Tanninen.

Foodpairing: Pinot Noir passt zu…

Zu Schmorgerichten, wie z. B. Ossobuco, Ochsenschwanz oder Kalbsbrust sind diese Weine die perfekte Begleitung. Außerdem passt der Wein in seiner kräftigen Variante auch sehr gut zu Wildgeflügel, z. B. zu Ente oder Taube. Der fruchtige, leichte Pinot, der oft auch als Kabinettwein in Deutschland angeboten wird, kann auch bei der Brotzeit eingeschenkt werden oder aber kräftige Fischgerichte begleiten. Weißschimmelkäse wie Camembert oder Chaource harmonieren ebenfalls sehr gut mit dem Wein.