Tal des Flusses Douro mit Weinbergen

Portugal

  • Rebflächen 240.000 ha
  • Wichtigste Anbaugebiete Dão, Douro, Alentejo, Madeira, Estremadura
  • Wichtigste Rebsorten Alfrocheiro, Tinta Roriz, Alvarinho, Arinto, Avesso
  • Stärken mittelschwere, würzige Rotweine; Likörweine; frische Weißweine
  • Bekannte Weine Dessertweine, z. B. Madeira Verdelho Henriques & Henriques Vinho Verde, z. B. Loureiro von Quinta de Ameal
    Quinta de S Jose Colheita 2007

Bedeutung des Weinbaus in Portugal

Glas Rotwein und Trauben

Glas Rotwein und Trauben

Mit rund 230.000 ha Rebfläche steht Portugal weltweit an fünfter Stelle. In den vergangenen beiden Jahrzehnten hat Portugal den Wandel zu einem modernen Weinbauland vollzogen – wenn auch die traditionelle Weinherstellung noch immer eine große Rolle spielt. Lange galt der portugiesische Weinbau etwas angestaubt, mit dem EU-Beitritt des Landes Mitte der 80er-Jahre änderte sich dies jedoch etwas. Heute ist Portugal die Heimat großer Weine, die vor allem in den DOC-Regionen und den IPR-Regionen (ähnlich wie das franz. VDQA-Reglement für Qualitätsweine) des Landes gekeltert werden. Für die Qualitätsweine beider Qualitätsstufen wird die Bezeichnung VQPRD verwendet. Eine Besonderheit des portugiesischen Weinbaus sind die zahlreichen autochthonen Sorten (Castas) – rund 500 werden im ganzen Land angebaut. Damit verfügt das Land in Europa über die größte Varietät an autochthonen Sorten. Portugal hat auch abseits der Weine eine wichtige Bedeutung für den Weinbau generell: knapp 200.000 Tonnen Korken werden im südeuropäischen Land hergestellt, dies entspricht der Hälfte der Weltproduktion.

Geschichte des portugiesischen Weinbaus

Die Geschichte des Weinbaus in Portugal liegt zum Teil noch im Dunklen, kultiviert wurden Reben wohl jedoch bereits von den Römern. Die ersten offiziellen Aufzeichnungen über den portugiesischen Weinbau stammen aus dem Jahr 989. Eine wichtige Rolle für den Weinbau spielten die christlichen Klöster und vor allem die Zisterzienser-Orden, die wohl ab dem 12. Jahrhundert Reben pflanzten. Im Laufe des 14. Jahrhundert förderte König Dinis Weinbau und Landwirtschaft und knüpfte enge Handelsbeziehungen zu England. Diese wirkten sich wiederum sehr positiv auf den Weinbau aus. Im 17. Jahrhundert siedelten sich Handelstreibende in Porto an und erste Portweinfirmen wurden gegründet – erstmals war von Vinho do Porto die Rede. Weil England mit Frankreich im Krieg war, intensivierten sich die Handelsbeziehungen – der Portwein aus dem Douro-Tal, Wein mit der Zugabe von Branntwein, wurde zum Exportschlager. Noch heute ist Douro die Heimat der größten Weine Portugals.

Rebsorten

Eine Besonderheit des Landes sind die über 500 autochthonen Rebsorten, die in Portugal angebaut werden. Diese Vielfalt kann auch auf die klimatischen, topographischen und geologischen Unterschiede im Land zurückgeführt werden. Die wichtigsten roten Trauben für den Weinbau sind Alfrocheiro, Tinta Roriz (=Tempranillo) und Baga, die wichtigsten weißen Rebsorten sind Alvarinho, Arinto, Avesso und Verdelho.

Anbaugebiete & bekannte Weine

Weintrauben

Weintrauben

Während die frischen Vinho Verdes, die jung getrunken werden, in ganz Portugal angebaut werden, kommen die roten Spitzenweine des Landes meist aus Douro, Dão oder Alentejo. Besonders in Lagen in Flussnähe, aber auch in gebirgigen Regionen wachsen die großen Weine Portugals heran.

● Douro

Das gebirgige, grüne Douro-Tal im Norden Portugals war und ist wohl das bedeutsamste Anbaugebiet des Landes. Die Rotweine gehören zu den spektakulärsten der Welt und auch das Tal selbst mit seinen imposanten Hanglagen, Terrassen und abenteuerlichen Flussverläufen des Douro Flusses macht Weinkennern Freude. 2001 wurde die Region zum UNESCO-Weltkulturerbe ernannt – auch weil Douro seit fast 2000 Jahren Wein produziert. Das heiße Klima, die granit- und schieferhaltigen Böden bietet ideale Bedingungen für die Weinlagerung und den Weinanbau, der etwa 40.000 Hektar umfasst. Tipp: Abastado Grande Reserva Gesprove.

● Dão

Die rote Alfrocheiro-Traube spielt in Dão die Hauptrolle – aus ihr werden dichte, kräftige und intensiv rote Weine gewonnen, die sich durch ein intensives Bouquet mit Noten nach roten Beeren und Wildblumen auszeichnen. Lange war das Weinanbaugebiet für seine trockenen Rotweine bekannt. Die einstigen Jahrgangsschwankungen, die auf die kühlen Hochlagen und abweisenden Granitböden zurückzuführen waren, sind inzwischen durch modernste Weinbauerkenntnisse überwunden. Gekeltert werden vor allem große, ausbalancierte Finesseweine, die den Vergleich mit den großen Weinen Burgunds nicht scheuen müssen.