(Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz) Bad Ems, 06.04.2010

6,1 Millionen Hektoliter Weinmost geerntet

2009er Jahrgang mit breitem Qualitätsspektrum

Die rheinland-pfälzischen Weinbaubetriebe ernteten im Herbst 2009 mit 6,1 Millionen Hektoliter Weinmost weniger als ein Jahr zuvor (minus 7,9 Prozent). Die durchschnittliche Erntemenge der zurückliegenden zehn Jahre, die bei 6,5 Millionen Hektoliter liegt, wurde nach Angaben des Statistischen Landesamtes in Bad Ems um 6 Prozent unterschritten. Während die Menge an Weißmost (3,9 Millionen Hektoliter) gegenüber 2008 stark zurückging (minus 12 Prozent), stieg die geerntete Menge an Rotmost (2,2 Millionen Hektoliter) leicht an (plus 0,8 Prozent).

Eine wesentliche Ursache für die unterdurchschnittliche Weinmosternte waren die ungünstigen Witterungsbedingungen während der Blüte. Optimales Wetter gegen Ende der Beerenreife im September ließen noch einen qualitativ ausgewogenen Jahrgang heranreifen. Knapp 60 Prozent des Mostes sind zum Ausbau als Qualitätswein vorgesehen, rund 37 für die Erzeugung von Prädikatsweinen, wie Spät- oder Auslesen. Lediglich 5 Prozent des Erntegutes können nur als Landwein vermarktet werden.

Die Unterschiede im Weinausbau aus weißem und rotem Weinmost sind deutlich. Während bei weißen Rebsorten über die Hälfte als Prädikatswein ausgebaut wird, sind es bei den roten Sorten nur 12 Prozent. Der Schwerpunkt bei den Rotweinsorten liegt eindeutig im Qualitätsweinbereich (86 Prozent). Grundlegende Entscheidungen für unterschiedliche Präferenzen hinsichtlich Quantität und Qualität wurden offensichtlich bereits beim Anschnitt in den Weinbergen getroffen. So bewegt sich der durchschnittliche Hektarertrag von Weißmost mit knapp 90 Hektoliter auf dem Niveau des Jahrhundertjahrgangs 2003 und unterschreitet das langjährige Mittel von 99 Hektoliter deutlich. Von einem Hektar roter Sorten kelterten die Winzer jedoch 115 Hektoliter. Das ist für Rotmost ein durchschnittliches Ertragsniveau, im Vergleich zu Weißmost aber ein um 28 Prozent höherer Hektarertrag. Bei den jeweils führenden Rebsorten stehen durchschnittliche Hektarerträge von 85 Hektoliter für Riesling 151 Hektoliter für Dornfelder gegenüber.

In den Anbaugebieten des Landes entwickelten sich die Erntemengen im Vergleich zu 2008 unterschiedlich. In der Pfalz (2,4 Millionen Hektoliter) fiel die Ernte 2009 nur geringfügig niedriger als im Vorjahr aus (minus 1,6 Prozent). In Rheinhessen (2,6 Millionen Hektoliter) sowie an der Mosel (0,8 Millionen Hektoliter) nahm die Menge um 10,8 bzw. 10,4 Prozent ab. Vergleichsweise stark waren die Ernteeinbußen an der Nahe (313.000 Hektoliter, minus 17 Prozent) und in den kleinen Anbaugebieten, am Mittelrhein (27.000 Hektoliter, minus 22 Prozent) und an der Ahr (33.000 Hektoliter, minus 23 Prozent).