(Deutsches Weininstitut) Mainz, 24.03.2009

Deutsche Weinexporte trotzen der Krise

Die Weinexporte aus Deutschland haben sich nach Angaben des Deutschen Weininstituts (DWI) im vergangenen Jahr trotz der wirtschaftlich schwierigen Rahmenbedingungen positiv entwickelt. Wie DWI-Geschäftsführerin Monika Reule gestern im Vorfeld der internationalen Weinmesse ProWein in Düsseldorf bekannt gab, wuchsen 2008 die Weinexportumsätze im Vergleich zum Vorjahr um 11 % auf 427 Mio. €. Die ausgeführten Weinmengen stiegen noch deutlicher um 14 % auf ein Gesamtvolumen von rund 2,2 Mio. Hektolitern. Bezüglich der Umsatzsteigerungen wies Reule darauf hin, dass diese zum Teil auch auf Preisanpassungen zurückzuführen sind, die aufgrund von gestiegenen Nebenkosten wie Energie, Glas und Logistik notwendig wurden.

Die weltweite Wirtschaftskrise machte sich für die deutschen Weinexporteure bis Ende des letzten Jahres vor allem auf dem US-Markt und in Südkorea bemerkbar. Nach starken Zuwächsen in den Vorjahren, sank in Deutschlands wichtigstem Exportmarkt USA 2008 der Umsatz um 8 % und die Ausfuhrmenge um 5 %. „Natürlich hoffen wir, dass sich die Marktsituation insgesamt wieder verbessert. Die Geschäftserwartung auf Seiten der Exportbetriebe ist derzeit aber eher verhalten“, kommentierte Reule die aktuelle Marktentwicklung.

Die Exportverluste des letzten Jahres in den USA konnten durch Umsatzsteigerungen, beispielsweise in den Niederlanden (+ 30 %), Russland (+ 34 %) oder Belgien (+ 39 %), kompensiert werden.

Insbesondere der russische Markt entwickelte sich in den letzten Jahren sehr dynamisch. Vor fünf Jahren bewegte er sich mit einem Exportvolumen von 35.000 Hektolitern noch an zwölfter Stelle der deutschen Exportmärkte. 2008 wurden bereits fast 200.000 Hektoliter dorthin ausgeführt, wodurch Russland zum viertwichtigsten Markt nach den USA, Großbritannien und den Niederlanden avancierte. Bei diesen Exporten handelt es sich allerdings überwiegend um einfache Weine mit niedrigeren Alkoholgehalten von unter neun Volumenprozent, die in Russland steuerlich begünstigt werden. Der Exportpreis für diese Weine lag dementsprechend mit 119 € pro Hektoliter weit unter dem Durchschnitt der Gesamtausfuhren von 196 € pro Hektoliter.

In Großbritannien hielt der seit einigen Jahren zu beobachtende Sortimentswechsel vom Basis- ins Mittelpreissegment auch 2008 an. Diese Entwicklung zeigt sich durch rückläufige Absätze (-3 %) bei konstanten bis leicht steigenden Umsätzen (+ 5%). Aufgrund des krisenbedingt ungünstigen Wechselkursverhältnisses und einer Erhöhung der Weinsteuer in 2008 um 8 % auf 1,57 £ pro 0,75 l sind die Prognosen vieler Weinexporteure für den britischen Markt derzeit wenig optimistisch.

Auf einem absolut gesehen noch etwas niedrigeren Niveau, aber dennoch zweistellig, sind 2008 die Exportumsätze in anderen Destinationen gewachsen. Dazu zählen beispielsweise Norwegen (+ 15 %) Dänemark (+ 18 %), Irland (+ 33 %) oder mittlerweile auch China (+ 73 %).

In den kommenden Jahren wird das DWI in der internationalen Kommunikation neben der Leitrebsorte Riesling auch verstärkt deutsche Spätburgunder in den Fokus stellen. Deutschland ist weltweit der drittgrößte Anbieter dieser Premiumrebsorte. „Spätburgunder aus den hiesigen Anbaugebieten weisen hervorragende Qualitäten auf und werden zunehmend von der internationalen Fachwelt entdeckt“, betonte die Geschäftsführerin des DWI in diesem Zusammenhang.