(suwa wortwahl) Kappelrodeck, 01.02.2010

Der „Motor im Weinparadies“ tritt ab

Andreas Laible jun. wird für Winfried Köninger als stellvertretender Vorsitzender gewählt

Stabwechsel im Vorstand des Weinparadies Ortenau e.V. Andreas Laible jun. tritt die Nachfolge von Winfried Köninger als stellvertretender Vorsitzender im Weinparadies an. Rechts Vorsitzender Lehmann. / Foto: Weinparadies Ortenau e.V. Das Weinparadies Ortenau e.V. bilanzierte im Rahmen der Generalversammlung im Winzerkeller Hex von Dasenstein eG ein erfolgreiches Jahr mit vielen Aktivitäten, um den Wein und die Ortenau weiter bekannt zu machen. Ferner wurde den Mitgliedern das Programm für Ortenau Select 2010 vorgestellt. Neu in den Vorstand wurde Andreas Laible jun., Durbach gewählt. Winfried Köninger hatte seinen Rückzug aus dem Gremium im Vorfeld der Versammlung bereits angekündigt.

Neue Broschüre über das Weinparadies, ein verbesserter Internet-Auftritt und mehr Wein-Reisen in die Ortenau waren die zentralen Aktionen im vergangenen Jahr. Vorsitzender Günter Lehmann appellierte an die Mitgliedsbetriebe, ihre touristischen Angebote online zu stellen. Alle Offerten können über die Original Schwarzwald AG gebucht werden. Eine direkte Verlinkung macht dies möglich.

Weiter berichtete Lehmann von der dritten Ausbildungsrunde für Wein-Guides, welche dieses Mal fast ausschließlich aus Weinbaubetrieben kommen. Außerdem sei ein Aufbaulehrgang für die bereits geschulten Wein-Guides in Vorbereitung. Zwischenzeitlich gibt es in dieser Sache auch eine Kooperation mit dem Kraichgau, der erstmals Wein-Guides schult. Lehmann dankte den Betrieben, die für die Ausbildung Räume, Weine und Dozenten zur Verfügung stellten.

Ferner wurde die Zusammenarbeit mit der Gastronomie weiter ausgebaut. Mit dem Select Genuss bieten Gastronomen neben regionalen Menüs ausschließlich Ortenauer Weine an. Mittlerweile gehören diesem Zusammenschluss 25 gastronomische Betriebe an. Fest im Programm verankert sind die TOP TEN Riesling und Spätburgunder Rotwein. „Das beste Werbemittel ist die Qualität unserer Weine“, betonte Lehmann. Der Vorsitzende legte in Vertretung von Kassenwart Josef Rohrer auch die Zahlen vor. Das Weinparadies hat solide gewirtschaftet und geht mit einem kleinen finanziellen Polster in das Ortenau Select Jahr. „Wir haben mit einem kleinen Budget sehr viel bewegt“, attestierte Günter Lehmann der Leiterin Weintourismus, Gunia Wassmer, eine gute Arbeit.

Als Sprecher aus dem Bereich der Weingüter wurde Andreas Laible jun., Durbach einstimmig zum neuen stellvertretenden Vorsitzenden gewählt. „Ich bin froh, dass der Stabwechsel problemlos gelaufen ist. Schimmel wird ihm keiner unter den Füßen wachsen bei diesem Amt“, gratulierte der bisherige Stellvertreter Winfried Köninger dem jungen Winzer aus Durbach. „Der Sprecher der Weingüter im Verband ist gesetzt für den Vorstand im Weinparadies,“ betonte Köninger, der mit zu den Begründern des Vereins gehört. 1998 wurde der Verein aus der Taufe gehoben, damals auch auf Drängen von Landrat a.D. Günter Fehringer, der die Weinwirtschaft in der Tourismus GmbH vertreten sehen wollte. „Das war nur durch den Zusammenschluss möglich.“ Bereiche, die so eine Vereinigung nicht haben, täten sich heute schwer, sagte Köninger. „Ich bin nun einmal Ortenauer und habe immer den Bereich gesehen.“ Auch ist es einmalig in Baden, eine Fachkraft für Weintourismus zu haben. „Aber es wird finanziell nicht einfacher“, stimmte Köninger auf immer schwierigere Verhandlungen ein. Günter Lehmann bezeichnete den scheidenden Vorstandskollegen als „Motor des Weinparadieses“ und als Mit-Initiator von Ortenau Select. „Er war immer zur Stelle und ist ein super Botschafter für unser Weinparadies Ortenau.“

Der Präsident des Badischen Weinbauverbands, Gerhard Hurst erinnerte ebenfalls an die „Geburtsstunde des Weinparadieses“ mit damals 26 Betrieben. „Das Kind ist gediehen. Ich zolle Respekt, was in der Ortenau geleistet wird.“ Wo Wille und Einigkeit sind, da sei ein solch „hoher ideeller Einsatz“ möglich. Außerdem informierte der Präsident über eine gemeinsame Aktion von Weinwirtschaft und Deutscher Hotel- und Gaststättenverband (DeHoGa). Gastronomen, die vorwiegend baden-württembergische Weine ausschenken, können zum „Haus baden-württembergischer Weine“ erklärt werden. Hurst empfahl den Weinbauvertretern, solche Häuser auf diese Aktion anzusprechen und dem DeHoGa zu melden.