(Ministerium für Ernährung und Ländlichen Raum Baden-Württemberg) Stuttgart, 13.01.2010

Minister Peter Hauk MdL: “Weine aus Baden-Württemberg nicht mit verbotenem Antibiotikum verunreinigt”

Unerlaubte Substanz bislang nur in Weinen aus Argentinien nachgewiesen / Keine Gefahr von Gesundheitsschäden

“Die baden-württembergische Lebensmittelüberwachung konnte in einer breit angelegten Untersuchung in sieben von 42 argentinischen Weinen das verbotene Antibiotikum ‘Natamycin’ feststellen”, sagte der baden-württembergische Minister für Ernährung und Ländlichen Raum, Peter Hauk MdL, am Mittwoch (13. Januar) in Stuttgart. Nach dem im Herbst 2009 in der Fachpresse über Befunde von Natamycin in einzelnen Weinen berichtet wurde, hätten die Chemischen und Veterinäruntersuchungsämter des Landes umgehend eine neue Analysenmethode für diesen Stoff entwickelt und mit der Untersuchung begonnen. Insgesamt seien bisher 237 Weine aus Südafrika, Argentinien, Chile, USA, Australien, Europa, Baden-Württemberg sowie aus weiteren Ländern untersucht worden. In keinem Wein aus Baden-Württemberg oder aus Europa sei Natamycin gefunden worden.

“Die Untersuchungsergebnisse sprechen für eine gute fachliche Praxis des Weinbaus in Baden-Württemberg sowie für eine sehr gute Lebensmittelkontrolle und -überwachung im Land”, so Minister Hauk. Obwohl sich aus dem Verzehr der betroffenen Weine durch das darin enthaltene Natamycin keine Gesundheitsgefahren für die Verbraucherinnen und Verbraucher ergeben, seien die Weine wegen des Vorhandenseins eines nicht zugelassenen Stoffes nicht verkehrsfähig gewesen. Es sei deshalb richtig gewesen, Weine umfangreich auf Natamycin zu untersuchen und die zuständigen Weinüberwachungsbehörden zu informieren. Diese hätten daraufhin die betroffenen Weine aus dem Verkehr gezogen.

Hintergrundinformationen:

Natamycin ist ein Antibiotikum, das in der Lebensmittelwirtschaft gegen unerwünschte Hefe- und Schimmelpilzbildung eingesetzt werden kann. Es ist als Zusatzstoff bei der Herstellung von Käse zur Behandlung der Rinde und bei getrockneten und gepökelten Würsten zur Oberflächenbehandlung zugelassen.

Das in Argentinien eingesetzte Natamycin sollte vermutlich unerwünschte Hefepilze im Wein beseitigen, die für negative Geschmacks- und Geruchsnoten verantwortlich gemacht werden. Natamycin ist allerdings auch in Argentinien bei der Weinherstellung nicht zugelassen.

Weitere Informationen zu den Themen Lebensmittelsicherheit und Weinbau finden sich auf der Internetseite des Ministeriums für Ernährung und Ländlichen Raum unter www.mlr.baden-wuerttemberg.de.

Details zu der Untersuchungsserie können auf der Internetseite der Untersuchungsämter für Lebensmittelüberwachung und Tiergesundheit Baden-Württemberg unter www.ua-bw.de abgerufen werden.