Weinberge in Getaria

Spanien

  • Rebflächen: 1.190.000 ha
  • Wichtigste Anbaugebiete La Rioja, La Mancha, Comarca Campo de Cariñena,
  • Wichtigste Rebsorten Garnacha, Tempranillo, Cariñena, Tinta de Toro, Airén, Verdejo
  • Stärken Gehaltvolle, konzentrierte Rotweine, saubere Weißweine, Rosados
  • Bekannte Weine fruchtig-beeriger Tempranillo des Weinguts Fernandez, Unico Reserva Especial Vega Sicilia, Propiedad von Palacios Remondo

 

Bedeutung des Weinbaus in Spanien

Frische Trauben in einem Busch

Frische Trauben in einem Busch

Mit rund 1,2 Mio. ha Rebflächen ist das südeuropäische Land – bemessen an der Fläche – das wichtigste Weinland Europas, noch vor Frankreich. In über 4.500 Bodegas stellen knapp 170.000 Winzer Wein her – rund 250 Rebsorten werden landesweit angebaut. Nach technischen Verbesserungen in den vergangenen 20 Jahren ist Spanien heute ein dynamisches Weinbauland. Das Zusammenspiel zwischen Klima und Bodenbeschaffenheit ermöglicht ein ideales Terrain und damit beste Voraussetzungen für die Kultivierung von Reben. Teilweise sind die spanischen Böden jedoch auch karg – dort sind großer Einsatz und optimale Bewässerungssysteme gefordert, um große Weine zu gewinnen.
Zu den Besonderheiten des spanischen Weinbaus gehören viele kleine, besondere Einzellagen, die individuelle und hochklassige Weine ermöglichen. Mit dem im Jahr 2003 verabschiedeten Weingesetz, das die neue Qualitätsebene „Vinos de Pago“ beinhaltet, wurde diese Besonderheit gewürdigt. Dieser Qualitätsstandard ist nun Weinen aus geschützten Einzellagen vorbehalten.

Geschichte des Weinbaus in Spanien

Seit etwa 4000 v. Chr. wird in Spanien Weinbau betrieben. An der Südküste verarbeiteten zuerst die Phönizier und anschließend die Karthager Trauben zu Wein. Etwa im 2. Jahrhundert v. Chr. begann – aufgrund der politischen Stabilität nach den Punischen Kriegen – ein reger Handel mit Rom. Vor allem die Weine aus dem heutigen Andalusien und Tarragona waren beliebt – die Region Navarra ist eine der ältesten Anbauregionen der Welt. Nach der Eroberung durch die Araber ging die Herstellung von Wein etwas zurück – Wein wurde nun vor allem für medizinische Zwecke angebaut. Als Spanien 1492 zurückerobert wurde, blühte der Weinbau wieder auf: Jerez und Malaga wurden im Laufe des 16. Jahrhunderts zu bedeutenden Weinbauzentren. Die heute bekannten Weinanbaugebiete, wie z. B. das Rioja-Gebiet, entstanden erst im Laufe des 19. Jahrhundert.

Rebsorten in Spanien

Weintrauben

Weintrauben

Der Weinanbau in Spanien wird von autochthonen Sorten geprägt. Obwohl es hunderte unterschiedliche Arten gibt, wird nur eine Handvoll Sorten in größerer Menge angebaut. Wichtigste Rebsorte ist der Tempranillo, der vor allem in Ribera del Duero und im Rioja Spitzenweine hervorbringt und in die ganze Welt exportiert wird. Weitere wichtige Trauben sind Garnacha, Monastrell, Cabernet Sauvignon, Merlot oder Syrah. Bedeutende weiße Sorten sind Albariño, Garnacha Blanca und Verdejo.

Anbaugebiete & bekannte Weine

In Spanien liegen zahlreiche Weinanbaugebiete, die wegen der vielen Temperaturzonen und der unterschiedlichen Bodenbeschaffenheit der Regionen eine Vielzahl von Weinen hervorbringen. Spanischer Wein wird einerseits durch seine Herkunft klassifiziert (z. B. Vino de Mesa, Vinos de la Tierra, Vinos de pago etc.), andererseits durch die Art des Ausbaus (z. B. Reserva, Vino Joven etc.). Ob Andalusien, Galizien oder Katalonien – in allen Regionen wird Wein angebaut. Zu den bekanntesten Weinanbaugebieten Spaniens gehören:

● D.O. Ca. La Rioja

Das nordspanische Weinanbaugebiet La Rjoja ist eines der bedeutsamsten Europas. Die bedeutsamste Rebe ist der für Spanien typische Tempranillo, aber auch Mazuelo, Graciano und Garnacha werden angebaut. Der Großteil des Rotweins, der in La Rioja hergestellt wird, reift im Barrique heran. Als Gran Reserva werden Weine bezeichnet, die aus herausragenden Jahrgängen gekeltert werden und mindestens zwei Jahre im Eichenfass ausgebaut wurden. Anschließend muss der Gran Reserva noch drei weitere Jahre in der Flasche lagern. Die trockenen, dunkelroten Riojaweine gelten als typische Vertreter des spanischen Weins. Empfehlenswert sind Weine der Güter Baron de Leo oder Roda.

● D.O. La Mancha
Weißwein-und-Trauben

Weißwein-und-Trauben

Während in Kastilien-La Mancha im Sommer Temperaturen von bis zu 45 Grad herrschen, sind die Winter kalt. Diese extremen Temperaturgegensätze stellen die Winzer vor große Herausforderungen – vor allem, was die Bewässerung betrifft. In La Mancha, auf einer zentralen Hochebene Spaniens gelegen, spielt die weiße Rebsorte Airén die wichtigste Rolle. Die Edelrebe Cenibel (Tempranillo) ist die bedeutsamste rote Rebe, die Trauben werden zu duftig-fruchtbetonten Rotweinen vergoren. Spitzenweine stellt beispielsweise das junge Weingut Ercavio her.

● D.O. Ribera del Duero

240 Weingüter, Bodegas genannt, bebauen im Weinanbaugebiet Ribera del Duero etwa 20.000 Hektar Boden – und produzieren damit ca. 60 Mio. Liter Wein pro Jahr. Das teils kontinentale, teils mediterrane Klima und der aus tonigem Sand bestehende Boden eignen sich vor allem für rote Rebsorten. Angebaut werden vor allem Tempranillo, Garnacha Tinta, Cabernet Sauvignon und Merlot. Auch die vielen Sonnenstunden sind dafür verantwortlich, dass die Rotweine der Region vollmundig und ausgeglichen in Säure und Frucht schmecken. Die einzige weiße Sorte, die im Weinbaugebiet zugelassen ist, ist Albillo. Zu den besten Weinen der Region zählen die „Selecionados“ des Weinguts Aalto Pagos.