Glas Rotwein und Weinberg

Tempranillo

Steckbrief
  • Synonyme Tinto Fino, Aragonês, Tempranilla, Tinta Roriz
  • Heimat La Rioja, Spanien
  • Hauptanbauländer Spanien, Portugal
  • Anbaufläche ca. 125.000 ha
  • Beeren klein, dickschalig, früh reifend
  • Farbe rubin- bis dunkelrot
  • Aroma Johannisbeeren, Brombeeren, Pflaume, Vanille, Röstaromen
  • Geschmack samtig, weich, trocken
  • Passt zu… Lammfleisch, Hackfleischauflauf, Tortilla, Kartoffeln mit Mojosoße,  Tapas, Pata-Negra-Schinken (vom schwarzfüßigen Ibericoschwein)

 

Geschichte, Herkunft & Bedeutung

Weinkaraffe

Weinkaraffe

Die Tempranillo-Traube wächst vor allem an den Ufern des Ebro in La Rioja. Sie gilt als eine der wichtigsten Edeltrauben der Welt und ist die Grundlage für die bekannten Rioja-Weine. Die Herkunft der Traube ist noch immer nicht eindeutig geklärt – lange wurde angenommen, dass der Tempranillo vom Spätburgunder abstammt. Doch bei neuen DNA-Analysen im Jahr 2012 zeigte sich, dass die Traube wahrscheinlich aus einer Kreuzung aus der weißen Rebsorte Albillo Mayor mit der roten Sorte Benedicto entstand.

Anbau, Anbauländer & -fläche

Hauptanbaugebiet ist, wie schon erwähnt, mit etwa 110.000 Hektar Anbaufläche Spanien – und im Besonderen La Rioja, La Rueda und Ribera del Duero im Baskenland. In Rioja selbst bedeckt die Tempranillo-Rebe rund 60 % der Anbaufläche. Der klassische Rioja-Wein ist entweder ein reiner Tempranillo, oder aber ein Verschnitt mit einem Tempranillo-Anteil von über 50 % und kleineren Anteilen von Mazuelo, Garnacha oder Graciano. Aus önologischer Sicht ist die Traube äußerst vielseitig und bringt Weine mit großem Ausbaupotential hervor. Der größte Teil des Tempranillos reift deshalb auch im Barriquefass heran. Eichenholzaromen ergänzen sich perfekt mit der Traube. Nicht nur in Spanien, auch in Portugal wird der Tempranillo angebaut, dort allerdings unter dem Namen Tinta de Roriz. Rund 800 ha Tempranillo hat Frankreich vorzuweisen. Insgesamt beläuft sich die weltweite Anbaufläche auf etwa 130.000 ha. Die besten Tempranillo Weine sollen vom Weingut Vega Sicilia kommen, das in der Ribera del Duero liegt.

Die Rebe

Der Tempranillo-Rebstock ist kompakt. Aus den dickschaligen Beeren werden mittelmäßig alkoholstarke Weine gewonnen – besonders ist das große Reifepotential im Holz. Wegen der süßen Tannine und seiner eleganten Weiche kann der Wein auch schon sehr jung getrunken werden. Tempranillo ist in ganz Spanien eine der wichtigsten drei Rebsorten – dabei ist sie in jeder Region unter anderem Namen bekannt – z. B. unter Tinto Fino, Tinta del Pais oder Ull de Illebre. Gerade in Spanien wird der Rotwein Tempranillo oft mit Merlot oder Cabernet Sauvignon verschnitten und als Cuvée angeboten.

Farbe & Geschmack

Spanische Tapas mit Serrano-Schinken und Rotwein

Spanische Tapas mit Serrano-Schinken und Rotwein

Er ist der heißblütige Star Spaniens und kein Cabernet, Pinot oder anderer Rotwein kann ihm – so sagen zumindest die Spanier – das Wasser reichen: harmonisch und trotzdem wild, verführerisch mit Aromen nach Mokka, Zedernholz und reifen Kirsche. Den klassischen Rioja-Wein, der aus Tempranillo-Trauben gewonnen wird, charakterisiert die helle Farbe. Wird der Wein durch moderne Anbaumethoden gewonnen, fällt er etwas dunkler aus. Reift er lange im Eichenfass, dann wird der Tempranillo, z. B. der Tempranillo Navarra DO Barrique, von Röstaromen begleitet, die oft an geröstete Kaffeebohnen oder Kokosfasern erinnern. Der Tempranillo zeichnet sich auch durch seine Harmonie in Farbe, Geschmack und Alkoholgehalt aus – oft sind Noten von Waldfrüchten, z. B. Johannisbeeren, Brombeeren, Schwarzkirschen, aber von auch Vanille erkennbar.

Foodpairing: Tempranillo passt zu…

Köstlich schmeckt Tempranillo zum typisch spanischen Pata-Negra, aber auch zum salzigen Serrano Schinken. Eine tolle Begleitung gibt der Wein zudem zu vielen südamerikanischen und spanischen Gerichten, wie etwa Tapas, Burritos oder Tortillas. Auch ein Hackfleischauflauf mit Auberginen und Tomaten harmoniert bestens mit dem Tempranillo, genauso wie zart angebratenes Lamm- oder auch Wildfleisch. Ein Glas des spanischen Weines gefällt auch zu Käse und zu italienischen Gerichten mit den sonst schwierig zu begleitenden Tomaten, also zu kräftig gewürzter Pasta oder Lasagne.